Daimler-Chef Zetsche bricht Schweigen zur Diesel-Krise und warnt vor voreiligen Urteilen
Angelo BriemerDaimler-Chef Zetsche bricht Schweigen zur Diesel-Krise und warnt vor voreiligen Urteilen
Daimler-Chef Dieter Zetsche hat sich öffentlich zur anhaltenden Diesel-Kontroverse des Konzerns geäußert. In einem LinkedIn-Beitrag vor der Sommerpause ging er auf die internen Ermittlungen ein und warnte vor voreiligen Spekulationen. Die Rückrufaktion von drei Millionen Diesel-Fahrzeugen wird voraussichtlich rund 220 Millionen Euro kosten.
Zetsche räumte die Herausforderungen ein, vor denen Daimler steht, bedankte sich bei den Mitarbeitenden für ihren Einsatz und bekräftigte sein Vertrauen in die Zukunft des Unternehmens. Gleichzeitig betonte er, dass Diesel-Motoren anhand ihrer NOx- und CO₂-Emissionen bewertet werden müssten.
Der Rückruf ist Teil des „Zukunftsplans für Diesel-Motoren“ von Daimler und betrifft drei Millionen Fahrzeuge in Europa. Das Unternehmen bleibt der Diesel-Innovation verpflichtet und verweist als Beispiel für Fortschritte auf den neuen OM-654-Motor.
Ermittler prüfen derzeit, ob Gespräche zwischen Automobilherstellern über Diesel-Abgasreinigungssysteme gegen Wettbewerbsrecht verstoßen haben könnten. 2016 hatte Volkswagen eine Selbstanzeige bei den Behörden eingereicht, wodurch die Thematik weiter in den Fokus rückte. Zetsche rief sowohl die Öffentlichkeit als auch die Belegschaft von Daimler dazu auf, keine voreiligen Schlüsse zu ziehen, solange die Untersuchungen laufen.
Die Rückrufaktion wird Daimler etwa 220 Millionen Euro kosten. Das Unternehmen arbeitet mit den Behörden zusammen, während die Ermittlungen zu möglichen wettbewerbswidrigen Praktiken voranschreiten. Zetsches Stellungnahme unterstreicht den Fokus von Daimler auf Compliance und technologischen Fortschritt im Bereich der Diesel-Motoren.






