27 June 2026, 12:09

"Debritz" am Badischen Staatstheater: Gesellschaftskritik zwischen Komik und Tragik

Die große Versalzung

"Debritz" am Badischen Staatstheater: Gesellschaftskritik zwischen Komik und Tragik

„Debritz“ feiert Premiere am Badischen Staatstheater Karlsruhe

Das Stück „Debritz“ hat am Badischen Staatstheater in Karlsruhe Premiere gefeiert. Es entwirft ein Mikrokosmos gesellschaftlicher Konflikte und verbindet humorvolle mit ernsten Tönen. Die Inszenierung lotet die Kluft zwischen Stadt und Land in Deutschland aus und zeigt die Folgen des Klimawandels für ein sterbendes Dorf.

Die Handlung spielt in Debritz, einem fiktiven Ort in Ostdeutschland. Einst ein blühendes Zentrum des Salzabbaus und ein Kurort, ist der Ort heute eine öde Einöde. Missernten, die Abwanderung junger Menschen sowie der Mangel an Industrie und Verkehrsinfrastruktur haben ihn verwüstet.

Die Farce steckt voller Absurdität und Slapstick-Elemente. Figuren wie Barbarossa, der unter der Erde lebt, oder „Candy die Kerze“ sorgen für viel Komik. Nur Peggy, eine Zuckerrübenbäuerin, und ihr Freund Maik heben sich als die einzigen wirklich ausgearbeiteten Charaktere des Stücks ab.

Die Regie setzt auf einen mutigen, experimentellen Ansatz und bedient sich dabei komischer und popkultureller Ästhetik. Das Ensemble spielt verspielt, doch die Inszenierung verliert mitunter an Schwung. Kritiker bemängeln trotz der grotesken Überzeichnung einen Mangel an emotionaler Tiefe und intellektueller Feinheit.

Am Ende sprengen Peggy und Maik die Siedlung in die Luft. Das Stück hinterlässt ein düsteres Bild strukturschwacher Regionen. Die Produktion rückt die Folgen von Vernachlässigung und Umweltwandel im ländlichen Deutschland ins Rampenlicht.

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