Düsseldorf stoppt Milliarden-Opernhaus – Rostock baut bescheideneres Theater
Angelo BriemerDüsseldorf stoppt Milliarden-Opernhaus – Rostock baut bescheideneres Theater
Pläne für ein neues Opernhaus in Düsseldorf wurden wegen explodierender Kosten gestrichen. Unterdessen läuft in Rostock bereits der Bau eines bescheideneren Theaterprojekts. Beide Städte überdenken nun auf unterschiedliche Weise ihre kulturelle Infrastruktur.
Düsseldorf wollte ursprünglich sein Nachkriegs-Opernhaus durch einen Neubau des Architekturbüros Snøhetta ersetzen. Die geschätzten Kosten für das Vorhaben waren jedoch auf 1,8 Milliarden Euro angestiegen. Oberbürgermeister Stephan Keller stoppte das Projekt schließlich mit der Begründung, die Finanzierung sei nicht tragbar.
Mittlerweile gibt es eine kostengünstigere Alternative: Das Frankfurter Büro raumwerk schlug eine finanziell zurückhaltende Modernisierung des bestehenden Bonatz-Baus vor. Die Sanierung könnte zwischen 400 und 500 Millionen Euro kosten – deutlich weniger als der verworfene Entwurf von Snøhetta.
In Rostock stellt sich die Situation anders dar. Das Volkstheater, ein modernistisches Denkmal der DDR aus dem Jahr 1943, sollte nach Plänen der CDU für den Bau von Wohnungen abgerissen werden. Teile des Gebäudes wurden jedoch vom Landesamt für Kultur und Denkmalpflege in Schwerin unter Schutz gestellt. Nun entsteht nach Entwürfen von Hascher Jehle ein neues Theater, dessen Baukosten auf 208 Millionen Euro veranschlagt werden.
Während Düsseldorf sein Milliarden-Opernhaus zugunsten einer günstigeren Sanierung aufgegeben hat, setzt Rostock auf einen Theaterneubau – bei gleichzeitiger Bewahrung historischer Elemente des Volkstheaters. Beide Städte suchen so einen Ausgleich zwischen kulturellem Erbe und finanzieller Realität.






