Emmendingen plant Kürzungen bei Abendbussen – Kommunen müssen reagieren
Dietlind Grein GrothEmmendingen plant Kürzungen bei Abendbussen – Kommunen müssen reagieren
Der Landkreis Emmendingen hat Pläne vorgelegt, um die Kosten für den öffentlichen Nahverkehr zu senken. Steigende Ausgaben und ein angespanntes Budget zwingen die Verantwortlichen zu Sparmaßnahmen, die auch die Abendbusverbindungen in mehreren Gemeinden betreffen könnten.
Die Betriebskosten für Busse und Bahnen liegen mittlerweile deutlich über den ursprünglichen Schätzungen – und das, obwohl kürzliche Erweiterungen des Netzes die Mobilitätsangebote für die Bürger verbessert haben. Dennoch plant der Landkreis, im Jahr 2026 rund 9 Millionen Euro in den ÖPNV und den Schülerverkehr zu investieren.
Um die Ausgaben zu reduzieren, schlägt die Verwaltung vor, die Abendbusverträge auf Entwicklungsstrecken zu streichen. Dadurch ließen sich jährlich etwa 100.000 Euro einsparen. Betroffen wären unter anderem die Städte Elzach, Denzlingen, Kenzingen und Herbolzheim. Die kommunalen Gremien müssten dann entscheiden, ob sie diese Verbindungen selbst finanzieren oder ob die letzten Fahrten bereits um 20 Uhr enden sollen.
Durch eine weitere Optimierung der Schüler- und Linienbusse sollen ab 2027 zusätzliche 200.000 Euro eingespart werden. Eine Verkehrsuntersuchung im kommenden Jahr wird über mögliche tiefgreifendere Kürzungen ab 2028 entscheiden. Radikalere Optionen – wie die vollständige Streichung aller Spätverbindungen oder die Reduzierung hochfrequentierter Linien – wurden zwar diskutiert, werden derzeit aber nicht empfohlen.
Ein vorgeschlagenes Mobilitätsticket zur Einnahmenerhöhung wurde als undurchführbar eingestuft. Als Gründe nannten die Verantwortlichen hohe Verwaltungskosten und rechtliche Bedenken.
Der Umwelt- und Technikausschuss wird die Pläne am 29. Juni prüfen, der Kreistag stimmt am 20. Juli über die endgültigen Maßnahmen ab. Ziel der Vorschläge ist es, die Haushaltsbelastung zu verringern, ohne die grundlegenden Verkehrsleistungen einzuschränken. Falls die Änderungen beschlossen werden, treten sie ab dem nächsten Jahr in Kraft. Die Kommunen müssen dann abwägen, ob sie die Abendbusse weiter finanzieren oder die Auswirkungen auf die Bürger in Kauf nehmen.
