30 March 2026, 18:18

Epstein-Barr-Virus manipuliert Immunzellen – Hoffnung auf Therapie gegen Multiple Sklerose

Diagramm einer B-Zelle, die über ihre Zellmembran mit einem Antigen interagiert, mit erklärendem Text, der den Auslöseprozess beschreibt.

Epstein-Barr-Virus manipuliert Immunzellen – Hoffnung auf Therapie gegen Multiple Sklerose

Das Epstein-Barr-Virus (EBV) verändert das Verhalten infizierter Immunzellen und erleichtert so seine Ausbreitung im Körper. Neue Forschungsergebnisse zeigen, wie zwei virale Proteine diese Zellen dazu bringen, in Gewebe – einschließlich des Gehirns – einzudringen. Wissenschaftler haben nun in Tierversuchen eine Methode entdeckt, um diese Wanderung zu blockieren, was Hoffnung für Erkrankungen wie Multiple Sklerose weckt.

EBV war das erste Virus, das nachweislich beim Menschen Krebs auslösen kann. Es befällt B-Zellen, eine Art der weißen Blutkörperchen, und mehr als 95 Prozent der über 50-jährigen Erwachsenen in Deutschland tragen die Infektion in sich. Sobald das Virus in die B-Zellen eingedrungen ist, programmiert es diese um, sodass sie sich freier bewegen – wie "Suchzellen", die von den Lymphgefäßen aus in verschiedene Gewebe wandern.

Zwei virale Proteine, EBNA2 und LMP1, lösen diese verstärkte Migration aus. Zwar zeigen Studien, dass EBV-infizierte B-Zellen bis ins Gehirn vordringen können, doch aktuelle Daten des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) und der Universitätsklinik Heidelberg weisen nicht auf bestimmte Organe hin, die besonders betroffen wären. Stattdessen scheint sich das Virus breit über das Lymphsystem und den Blutkreislauf zu verbreiten.

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Forschern ist es nun gelungen, diese Zellwanderung in Tiermodellen zu stoppen. Sollte der Ansatz auch beim Menschen wirken, könnte er verhindern, dass EBV-infizierte Zellen die Nervenscheiden schädigen – ein zentrales Merkmal von Multipler Sklerose. Das DKFZ, die größte biomedizinische Forschungseinrichtung Deutschlands, trug gemeinsam mit der Universitätsklinik Heidelberg zu den Erkenntnissen bei.

Die Entdeckung eröffnet einen möglichen Weg, die Rolle von EBV bei Krankheiten einzudämmen. Durch die Blockade der virusbedingten Zellwanderung ließe sich dessen Ausbreitung und damit verbundene Komplikationen verringern. Weitere Tests müssen zeigen, ob die Methode beim Menschen sicher und wirksam ist.

Quelle