17 June 2026, 19:38

Europas Industrie warnt vor CO₂-Kosten: "Standort in Gefahr!"

Energieintensive Unternehmen fordern Reduzierung des EU-Emissionshandels mit CO2

Europas Industrie warnt vor CO₂-Kosten: "Standort in Gefahr!"

Mehr als drei Dutzend große europäische Industrieunternehmen haben sich in einem Brief an die EU-Spitze gewandt und vor den steigenden CO₂-Kosten gewarnt. Darin warnen sie vor schweren Schäden für den europäischen Industriestandort, sollten nicht dringend Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Zu den Unterzeichnern zählen Konzerne wie ArcelorMittal, BP, BASF und ThyssenKrupp.

Im Rahmen des EU-Klimapakets „Fit für 55“ wurden schrittweise die kostenlosen Verschmutzungszertifikate für Industrieanlagen abgeschafft. Unternehmen müssen nun den Großteil der Emissionsrechte erkaufen – was die Kosten in die Höhe treibt, da die Emissionen langsamer sinken als die verfügbaren Zertifikate. Dies belastet besonders Betriebe, die sich noch im Übergang zu klimafreundlicheren Produktionsweisen befinden.

In dem Schreiben an den EU-Ratspräsidenten António Costa und den zyprischen Präsidenten Nikos Christodoulides verweisen die Unternehmen auf fehlende Infrastrukturen für Strom, Wasserstoff und CO₂-Transport. Europa handle mit den hohen CO₂-Preisen allein, ohne globale Unterstützung, heißt es darin. Zudem behinderten die aktuellen Rahmenbedingungen die notwendige industrielle Transformation.

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Um Wettbewerbsnachteile auszugleichen, führte die EU den CO₂-Grenzausgleichsmechanismus (CBAM) ein. Dieser zollähnliche Aufschlag betrifft kohlenstoffintensive Importe, macht jedoch Ausnahmen für Länder mit eigenem Emissionshandelssystem. Die Einnahmen aus dem EU-Emissionshandel fließen in Klimamaßnahmen wie den Ausbau von Wasserstoffnetzen.

Die Industrieunternehmen fordern nun rasche Reformen des EU-Emissionshandels, um weitere Kostensteigerungen zu verhindern. Ohne Kurskorrektur drohe dem europäischen Industriesektor ein schwerer Schaden, warnen sie. Der Brief appelliert an bessere Infrastrukturprojekte und eine Überprüfung der CO₂-Preisgestaltung.

Quelle