Ex-Champion Wittmann fordert Fahrer-Berater für gerechtere DTM-Entscheidungen nach Final-Skandal
Dietlind Grein GrothEx-Champion Wittmann fordert Fahrer-Berater für gerechtere DTM-Entscheidungen nach Final-Skandal
Zwei Wochen nach dem hitzigen DTM-Saisonfinale in Hockenheim gewinnt die Diskussion über die Verbesserung der Rennleitungsentscheidungen an Fahrt. Der ehemalige Champion Marco Wittmann hat vorgeschlagen, wieder Fahrer als Berater für die Rennleitung einzusetzen, um die Offiziellen in druckvollen Momenten zu unterstützen.
Der Vorschlag folgt auf die umstrittene Kollision zwischen Wittmann und Ayhancan Güven in der letzten Runde, die die Diskussionen über Fahrstandards und die Einheitlichkeit von Strafen neu entfacht hat.
Wittmann erkannte die Herausforderungen an, vor denen die Rennleitung – insbesondere in kritischen Rennsituationen – steht. Er betonte die Notwendigkeit klarerer Richtlinien und schlug vor, die Strafregeln in der Winterpause zu überarbeiten.
Unterstützung für den Vorschlag kommt von Manthey Porsche, dessen Rennleiter Patrick Arkenau den Mehrwert einer Beraterrolle hervorhob. Er beschrieb die Funktion als kooperative Zusammenarbeit, die dem Rennleiter eine Fahrerperspektive bietet, ohne dessen Autorität zu untergraben.
Zwei Namen gelten als vielversprechende Kandidaten für die Position: Dirk Adorf, ein ehemaliger DTM-Pilot mit drei Siegen und 15 Podestplatzierungen zwischen 1973 und 1991, bringt jahrzehntelange Erfahrung mit. Sein Werdegang umfasst Tätigkeiten als Teammanager bei Abt Sportsline sowie seine aktuelle Rolle als GT-Berater für Manthey, wo er sich mit Hybridtechnologie und nachhaltigem Motorsport beschäftigt – zentrale Themen im Zuge des DTM-Wechsels zu GT3- und Hybrid-Reglementen. Auch Markus Winkelhock, ein weiterer erfahrener Fahrer, wird als möglicher Berater gehandelt.
Adorfs technisches Know-how aus seiner Zeit bei Ford und Audi, kombiniert mit seiner jüngsten Arbeit in GT3-Serien wie den 24 Stunden Nürburgring, prädestiniert ihn besonders für die Aufgabe. Sein Verständnis für die Rivalitäten der Hersteller und die Dynamik des modernen Rennsports passt zur sich wandelnden technischen Landschaft der DTM.
Der Vorstoß für einen Rennberater ist Teil einer größeren Initiative, um mehr Fairness und Transparenz in der DTM zu schaffen. Sollte die Rolle eingeführt werden, könnte sie dazu beitragen, Entscheidungen zu vereinheitlichen und künftige Streitfälle zu reduzieren. Die Teams und Fahrer werden nun die weiteren Diskussionen während der Winterpause abwarten.