29 April 2026, 08:44

Fukushima-Folge: Wie Deutschlands Atomausstieg die Stromexporte stärkte

Eine Liniengrafik, die die Stromerzeugung aus Wind und Solar in Deutschland zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Fukushima-Folge: Wie Deutschlands Atomausstieg die Stromexporte stärkte

Deutschland traf 2011 eine rasche Entscheidung und stellte fast die Hälfte seiner Atomkraftwerke ab. Der Schritt erfolgte nur wenige Tage nach der Nuklearkatastrophe von Fukushima in Japan. Kritiker warnten damals, das Land werde stattdessen mehr Atomstrom aus dem Ausland importieren müssen.

In der Woche nach Fukushima nahm Deutschland sieben seiner ältesten Reaktoren vom Netz. Dadurch verringerte sich die Atomstromkapazität des Landes um etwa 40 Prozent. Einige Medienberichte, darunter ein Artikel im Spiegel, behaupteten, Deutschland werde künftig stärker auf Atomenergie aus Nachbarländern wie Tschechien angewiesen sein.

Energieexperten widersprachen jedoch dieser Annahme. Atomkraftwerke laufen in der Regel mit voller Leistung und können ihre Produktion nicht einfach erhöhen. Craig Morris, ein Experte für deutsche Energiepolitik, bezeichnete die Idee, mehr Atomstrom zu importieren, als "physikalisch unmöglich".

Später veröffentlichte Daten zeigten, dass Deutschlands Stromhandel mit den Nachbarländern stabil blieb. Statt zum Nettoimporteur zu werden, steigerte das Land sogar seine Stromexporte. In den Jahren 2011, 2012 und 2013 blieb Deutschland ein Nettoexportland für Elektrizität – ein Trend, der sich selbst nach weiteren Atomausstiegen fortsetzte.

Schon vor Fukushima hatten Energieanalysten wie das Unternehmen Montel auf ein Überangebot bei der Stromerzeugung in Deutschland hingewiesen. Österreich ging 2015 einen eigenen Weg und verbot alle Importe von Atomstrom.

Die Abschaltung der deutschen Atomkraftwerke führte nicht zu einem Anstieg der Atomstromimporte. Stattdessen festigte – und erweiterte – das Land seine Position als Nettoexporteur von Elektrizität. Die Entscheidung unterstrich zudem die technischen Grenzen einer grenzüberschreitenden Anpassung der Atomstromproduktion.

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