Gabriele Stötzers radikale Kunst und politischer Widerstand im Gropius Bau
Angelo BriemerGabriele Stötzers radikale Kunst und politischer Widerstand im Gropius Bau
Gropius Bau zeigt große Einzelausstellung von Gabriele Stötzer
Der Berliner Gropius Bau präsentiert derzeit eine umfassende Retrospektive des Werks von Gabriele Stötzer. Die 73-jährige Künstlerin zählt nach wie vor zu den prägendsten Figuren der deutschen Gegenwartskunst – und wehrt sich gegen die Vereinnahmung als bloße „Ost-Künstlerin“.
Gabriele Stötzers Schaffen ist geprägt von künstlerischer Radikalität und politischem Widerstand. 1976 wurde sie für ein Jahr inhaftiert, nachdem sie eine Petition gegen die Ausbürgerung des Dichters Wolf Biermann unterzeichnet hatte. Im Gefängnis nähte sie Strumpfhosen – eine Erfahrung, die ihr späteres Werk beeinflusste.
1984 gehörte sie zu den Mitbegründerinnen der Erfurter Künstlerinnengruppe und festigte damit ihren Platz im kulturellen Diskurs. Ihr Engagement riss nicht ab: 1989 besetzte sie die Stasi-Kreisverwaltung in Erfurt – ein mutiger Akt des Protests.
Die Ausstellung im Gropius Bau versammelt rund 150 Werke, von Videos und Fotografien über Modeobjekte bis hin zu monumentalen Wollfiguren von Frauen. Noch bis zum 6. Dezember zu sehen, steht im August ein besonderes Highlight an: Stötzer wird auf dem Dach des Museums stehen.
Im Herbst erhält sie den Goslarer Kaiserring, eine der renommiertesten Kunstauszeichnungen Deutschlands, als Würdigung ihres Lebenswerks.
Die Schau zeigt die Vielfalt und Wirkungskraft von Stötzers Œuvre. Ihre angekündigte Performance und die Verleihung des Kaiserrings unterstreichen ihren anhaltenden Einfluss auf Kunst und Kultur in Deutschland. Die Ausstellung bietet die seltene Chance, ihr künstlerisches und politisches Erbe unmittelbar zu erleben.






