GSM-R-Ausfall legt deutschen Güterverkehr lahm – Verband fordert radikale Reformen
Dietlind Grein GrothGSM-R-Ausfall legt deutschen Güterverkehr lahm – Verband fordert radikale Reformen
Ein bundesweiter Ausfall des GSM-R-Bahnfunks hat zu schweren Störungen im deutschen Schienennetz geführt. Der Verband der Güterbahnen (VDG) sieht darin Teil eines größeren Musters von Infrastrukturproblemen, die die Branche belasten.
Der jüngste Funkausfall offenbarten gravierende Mängel bei den Notfallprotokollen: Güterverkehrsunternehmen blieben ohne zuverlässige Kommunikation, was Verzögerungen und operatives Chaos verschärfte. Der Verband verwies auf ähnliche Probleme während der mehrtägigen Störungen an Christi Himmelfahrt, als Engpässe in den Fahrplankonstruktionsstellen und Leitstellen deutlich wurden.
Neele Wesseln, Geschäftsführerin des VDG, kritisierte DB InfraGO scharf für die wachsenden betrieblichen Schwierigkeiten. Die Infrastrukturtochter der Deutschen Bahn scheitere daran, stabile Leistungen zu gewährleisten. Als Reaktion forderte der Verband den Verkehrsausschuss des Bundestags auf, die aktuellen Störungen zu thematisieren und Maßnahmen zur Stabilisierung der Schieneninfrastruktur einzuleiten.
Der VDG drängt nun auf eine stärkere staatliche Aufsicht über DB InfraGO und schlägt die Schaffung eines unabhängigen Bundesamts für Schieneninfrastruktur (BASchi) vor, das den Betreiber steuern und überwachen soll. Auch die Bundesregierung wird zu entschlossenerem Handeln bei der Kontrolle des Unternehmens aufgefordert.
Die Güterbahnunternehmen arbeiten unter ständigem Druck: Lieferketten sind gestört, Mitarbeiter überlastet. Die wirtschaftlichen Folgen für die Branche bleiben unklar. Mit seinen Reformforderungen will der Verband weitere Instabilitäten im Schienennetz verhindern.
