Halle (Saale) setzt auf ausfahrbare Poller – Geschäftsleute protestieren gegen WM-Sicherheitsmaßnahmen
Sylke SchmiedtHalle (Saale) setzt auf ausfahrbare Poller – Geschäftsleute protestieren gegen WM-Sicherheitsmaßnahmen
In der Stadt Halle (Saale) wurden entlang der Kleinen Ulrichstraße vorübergehend ausfahrbare Poller installiert, um während der FIFA-Weltmeisterschaft den Autoverkehr einzuschränken. Die Behörden wollen damit rücksichtsloses Fahren unterbinden und die Sicherheit der Fußballfans gewährleisten, die sich in dem Bereich versammeln.
Die Absperrungen können abends und nachts hochgefahren werden. Lokale Geschäftsinhaber kritisieren die Maßnahme jedoch als übertrieben und unnötig. Sie bezeichnen die Poller als „militärisch“ anmutend und warnen, dass die Regelung die einladende Atmosphäre der Straße beeinträchtigen werde.
In der Kleinen Ulrichstraße zeigen kaum Lokale WM-Spiele. Nur drei Betriebe planen, Übertragungen anzubieten – daher argumentieren die Geschäftsleute, es gebe kaum Fans, die es zu schützen gelte. Sie fühlen sich von der Stadt nicht angehört und bemängeln, dass ihre Bedenken ignoriert wurden.
Statt der Barrieren bevorzugt die Wirtschaftsgemeinschaft gezielte Polizeistreifen. Sie schlägt vor, dass Beamte den Verkehr an Freitag- und Samstagabenden zwischen 21 und 24 Uhr überwachen, um Regeln durchzusetzen und gefährliches Fahren zu verhindern.
Die Stadt hält die Poller als Sicherheitsvorkehrung während des Turniers für notwendig. Die Geschäftsinhaber lehnen die Entscheidung weiterhin ab und betonen, dass sie das Flair des Viertels stören werde. Die Diskussion zeigt, wie unterschiedlich die Vorstellungen darüber sind, wie sich Sicherheit und lokale Belange in Einklang bringen lassen.
