Hunderte protestieren in Halle gegen rechtsextreme Verbindungen eines Kampfsportstudios
Angelo BriemerHunderte protestieren in Halle gegen rechtsextreme Verbindungen eines Kampfsportstudios
Hunderte Demonstranten versammelten sich in Halle, um gegen ein Kampfsportstudio zu protestieren, dem Verbindungen zur rechtsextremen Szene vorgeworfen werden. Die Kundgebung richtete sich gegen die Gladiator Fight Academy, die nach Angaben der Organisatoren als Treffpunkt für extremistisches Netzwerken dient. „Nazis raus aus unseren Kiezen“-Rufe hallten durch die Straßen, während Aktivisten die Schließung der Einrichtung forderten.
Der Protest fiel zeitlich mit der Premiere der Gladiator Fight Series des Studios im nahegelegenen Teutschenthal zusammen. Die in einem kommunalen Kulturzentrum ausgetragene Veranstaltung stand in der Kritik, da sie rechtsextreme Akteure und Sympathisanten anzog.
Die Kundgebung am Halleschen Hauptbahnhof wurde von der lokalen antifaschistischen Initiative Daumen runter organisiert. Besonders viele junge Demonstranten beteiligten sich und äußerten Besorgnis über die mutmaßliche Rolle des Studios bei der Rekrutierung von Rechtsextremen.
Die Gladiator Fight Academy gerät zunehmend wegen ihrer Verbindungen in rechtsextreme Kreise unter Druck. Theo Weiland, ein bekannter deutscher Kämpfer und ehemaliger Anführer des Jungsturms Erfurt, gehört zum Kernteam des Studios. Auch Christopher Henze, dem Kontakte zur rechtsextremen Hooligan-Szene des 1. FC Lokomotive Leipzig nachgesagt werden, ist dort aktiv. Hans Krüger, Jugendtrainer im Studio, tritt bei dessen Veranstaltungen an und ist Fan von Energie Cottbus – ein Verein mit eigenen rechtsextremen Bezügen.
Die Premiere der Gladiator Fight Series in Teutschenthal zog weitere Aufmerksamkeit auf sich. Die Veranstaltung fand in einer mit öffentlichen Geldern finanzierten Location statt, was bei den Protestierenden auf Kritik stieß: Solche Räumlichkeiten dürften keine rechtsextremen Treffen beherbergen. Unter den Gästen befanden sich AfD-Mitglieder, darunter Paul Backmund, Kandidat der Partei, Fabian Jank, Landtagsabgeordneter aus Brandenburg, sowie Benedikt Weiß, ein weiterer AfD-Bewerber.
Die Demonstration unterstrich den wachsenden Widerstand gegen die Aktivitäten des Studios. Die Protestierenden forderten dessen Schließung und verwiesen auf dessen angebliche Rolle als Organisationsplattform der rechtsextremen Szene. Zudem wirft die Nutzung eines kommunalen Veranstaltungsorts Fragen nach der öffentlichen Förderung solcher Zusammenkünfte auf.






