IG Metall plant "Job-to-Job"-Netzwerk gegen Fachkräfteschwund in Sachsen-Anhalt
Angelo BriemerIG Metall plant "Job-to-Job"-Netzwerk gegen Fachkräfteschwund in Sachsen-Anhalt
Die Gewerkschaft IG Metall fordert ein landesweites "Job-to-Job"-Netzwerk in Sachsen-Anhalt. Damit will sie den wachsenden Herausforderungen im industriellen Sektor der Region begegnen. Das Vorhaben zielt darauf ab, Fachkräfte vor Arbeitsplatzverlust in Zeiten großer wirtschaftlicher Umbrüche zu schützen.
Die Industrie in Sachsen-Anhalt steht unter Druck durch Dekarbonisierung, digitale Transformation und globale politische Veränderungen. Demografische Verschiebungen verschärfen die Lage zusätzlich und zwingen Unternehmen zu schnellem Handeln. Ohne Unterstützung droht vielen erfahrenen Beschäftigten die Arbeitslosigkeit, wenn sich ganze Branchen umstrukturieren.
Thorsten Gröger, Bezirksleiter von IG Metall, warnte davor, qualifizierte Mitarbeiter einfach in die Arbeitslosigkeit zu entlassen. Der Verlust von Fachwissen sei wirtschaftlich unsinnig, betonte er. Stattdessen schlägt die Gewerkschaft ein strukturiertes Netzwerk vor, das Arbeitnehmern neue Perspektiven eröffnet – noch bevor es zu Entlassungen kommt.
Im Mittelpunkt des Plans steht der direkte Wechsel von Beschäftigten aus alten in hochwertige neue Arbeitsplätze. Ein landesweites System soll Branchen mit Personalüberschuss mit solchen verknüpfen, die dringend Fachkräfte suchen. So ließen sich Lücken in regionalen Wertschöpfungsketten vermeiden und wichtiges Know-how im Arbeitsmarkt halten.
Bevor auf externe Netzwerke zurückgegriffen wird, sollten Unternehmen zunächst interne Lösungen prüfen. Die Sicherung von Erfahrung und Spezialwissen im eigenen Betrieb habe Priorität, heißt es. Erst wenn diese Möglichkeiten ausgeschöpft sind, käme das übergreifende "Job-to-Job"-System zum Einsatz.
IG Metall wird nun Gespräche aufnehmen, um eine dauerhafte Struktur für solche Übergänge zu schaffen. Ziel ist ein sozial verantwortlicher Rahmen, der Beschäftigte durch den industriellen Wandel begleitet. Bestehende lokale Initiativen sollen als Grundlage für ein flächendeckendes, langfristiges Netzwerk dienen.
Das geplante Netzwerk soll Karrierewege sichern, die regionale Industrie stabilisieren und die industrielle Stärke Sachsen-Anhalts bewahren. Indem Arbeitnehmer rechtzeitig in neue Positionen vermittelt werden, bevor sie arbeitslos werden, könnte das System wirtschaftliche Erschütterungen abmildern. Die Verhandlungen über die Umsetzung sollen in Kürze beginnen.






