IMK vertagt Entscheidung zu Pyrotechnik im Fußball auf Herbstkonferenz
Sylke SchmiedtIMK vertagt Entscheidung zu Pyrotechnik im Fußball auf Herbstkonferenz
Die Innenministerkonferenz (IMK) hat beschlossen, vorerst keine neuen Maßnahmen gegen gewalttätige Ausschreitungen in Fußballstadien einzuführen. Ein vertraulicher Bericht stuft Pyrotechnik als eine der größten Sicherheitsherausforderungen im Sport ein. Die Thematik soll nun auf die Herbstkonferenz vertagt werden.
Ursprünglich war erwartet worden, dass die Konferenz einen Plan für eine strengere Durchsetzung des Pyrotechnik-Verbots vorlegt. Doch der Entwurfsbeschluss sprach lediglich von einem „konstruktiven Austausch über die Ahndung von Verstößen“. Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul kritisierte den Schiedsrichter, dass er das DFB-Pokalfinale im Mai trotz abgebrannter Bengalos nicht abgebrochen habe.
Reul forderte schärfere Kontrollen, darunter Durchsuchungen von Ultra-Fanräumen und Fahrzeugen sowie Videoüberwachung, um das Werfen von Gegenständen über Zäune zu verhindern. Zudem äußerte er Frust über die ausbleibenden Fortschritte bei der Bekämpfung von Fußballgewalt und betonte, dass es keine echten Verbesserungen gegeben habe. Bisherige Geldstrafen gegen Pyrotechnik hätten sich als wirkungslos erwiesen, und Tests mit Pyrotechnik-Detektoren hätten enttäuschende Ergebnisse geliefert.
Die Vertagung der Entscheidung auf die Herbstkonferenz bedeutet, dass vorerst keine konkreten Schritte erfolgen werden. Auch die Vorfälle beim DFB-Pokalfinale führten zu keiner Kehrtwende. Vereine könnten jedoch künftig aufgefordert werden, ihre Sicherheitsvorkehrungen zu verschärfen.






