22 April 2026, 06:27

KI-Tool "JANO" soll Gerichtsurteile in Baden-Württemberg und Hessen anonymisieren

Ein Anwalt sitzt an einem Schreibtisch mit einer Waage, trägt einen Anzug und sieht entschlossen aus, während er Dokumente durchsieht.

KI-Tool "JANO" soll Gerichtsurteile in Baden-Württemberg und Hessen anonymisieren

Baden-Württemberg und Hessen arbeiten zusammen, um ein KI-Werkzeug zu testen, das Gerichtsentscheidungen anonymisiert. Das Projekt mit dem Namen "JANO" soll den Prozess der Entfernung persönlicher Daten aus juristischen Urteilen beschleunigen. Beide Bundesländer planen, das System im kommenden Jahr in ihren Gerichten zu erproben.

Die KI "JANO" durchsucht Gerichtsurteile automatisch nach sensiblen Informationen und schlägt anschließend Anonymisierungen vor, die von Justizmitarbeitenden geprüft und freigegeben werden. Dadurch verringert sich der Zeit- und Arbeitsaufwand im Vergleich zu manuellen Methoden deutlich.

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Der Prototyp wurde von Justizangestellten und einem IT-Unternehmen entwickelt. Federführend sind Baden-Württembergs Justiz- und Migrationsministerin Marion Gentges sowie Hessens Justizminister Roman Poseck. Poseck betonte, dass KI die Arbeit der Justiz zwar maßgeblich unterstützen, menschliche Kontrolle aber nicht ersetzen könne.

Die anonymisierten Entscheidungen aus "JANO" sollen zudem dazu beitragen, zukünftige KI-Systeme zu trainieren. Das Projekt ist Teil der umfassenden Initiative Baden-Württembergs, bei der Einführung von KI in Deutschland eine Vorreiterrolle einzunehmen. Beide Minister unterstrichen, dass KI die menschliche Arbeit im Justizsystem ergänzen, nicht aber ersetzen solle.

Die Testphase von "JANO" ist für Gerichte in beiden Bundesländern im Jahr 2025 vorgesehen. Bei Erfolg könnte das Werkzeug die Anonymisierung effizienter gestalten und bessere Trainingsdaten für KI liefern. Das Vorhaben festigt Baden-Württembergs Position als führende Kraft bei der Nutzung von KI in der öffentlichen Verwaltung.

Quelle