21 April 2026, 08:13

Kirchheim unter Teck setzt bei Stadtentwicklung auf Qualität statt auf Höchstgebote

Farbcodierte Karte eines geplanten Wohnbaugebiets mit beschrifteten Abschnitten und Textdetails zu Gebäuden, Straßen und weiteren Merkmalen.

Kirchheim unter Teck setzt bei Stadtentwicklung auf Qualität statt auf Höchstgebote

Kirchheim unter Teck setzt bei der Stadtentwicklung auf Qualität statt auf Preis

Kirchheim unter Teck geht bei der städtischen Entwicklung neue Wege: Die Stadt vergab einen Wohnbauauftrag nicht nach dem höchsten Gebot, sondern nach der Qualität des Projekts. Für das Steingau-Viertel, ein 3,5 Hektar großes Gelände westlich der historischen Altstadt, gingen dreimal so viele Bewerbungen ein wie verfügbare Grundstücke vorhanden waren. Bürgermeister Pascal Bader kündigte an, dieses konzeptbasierte Verfahren auch für künftige Vorhaben beizubehalten.

Die Stadt legte einen festen Bodenpreis auf Basis eines unabhängigen Gutachtens fest, um eine breite Teilnahme am Auswahlverfahren zu ermöglichen. Statt den Höchstbietenden zu bevorzugen, bewerteten die Verantwortlichen die Vorschläge nach ihren inhaltlichen Stärken – mit Fokus auf Innovation und gemeinwohlorientierte Aspekte.

Das siegreiche Konzept umfasste ein Leitprojekt, das mit dem Bau einer gemeinsamen Tiefgarage betraut wurde und übergreifende Aufgaben in der zugewiesenen Zone koordiniert. Ziel war es, ein zusammenhängendes Quartier mit gut vernetzter Infrastruktur zu schaffen.

Im Steingau-Viertel leben mittlerweile rund 850 Bewohner in 45 Gebäuden, darunter 17 genossenschaftliche Wohnprojekte und sechs Einfamilienhäuser. Die Wärmeversorgung übernimmt der städtische Energieversorger Kirchheims, während ein unabhängiges Netzwerk die gemeinsamen Flächen und die Abstimmung verwaltet.

Um die Standards zu wahren, führte die Stadtverwaltung regelmäßige Fortschrittskontrollen mit den Beteiligten durch. Diese Überprüfungen sollten sicherstellen, dass zentrale Zusagen eingehalten und die Qualität des Projekts durchgehend gewahrt blieb.

Die Auswahl folgte einem strukturierten Prozess: einer transparenten Vorprüfung, einer diskursiven Bewertung und einer abschließenden Empfehlung an den Stadtrat. Bürgermeister Bader betonte, dass konzeptbasierte Vergabeverfahren klare Kommunikation, realistische Zeitpläne und eine starke administrative Unterstützung erfordern, um erfolgreich zu sein.

Das große Interesse am Steingau-Viertel unterstreicht die Attraktivität von Kirchheims innovativem Ansatz. Indem die Stadt Projektqualität über Kosten stellt, setzt sie ein Zeichen für künftige Entwicklungen. Das Modell basiert auf sorgfältiger Planung, kontinuierlicher Begleitung und einer konsequenten Ausrichtung an den Bedürfnissen der Gemeinschaft.

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