Klimaproteste im Ruhrgebiet: Ende Gelände blockiert Kraftwerke und Rüstungsfabriken
Hiltraud HamannKlimaproteste im Ruhrgebiet: Ende Gelände blockiert Kraftwerke und Rüstungsfabriken
Klimaktivist:innen der antikapitalistischen Allianz Ende Gelände haben eine Welle von Protesten im Ruhrgebiet gestartet. Die Demonstrationen richten sich gegen den Ausbau fossiler Gasinfrastruktur und die Rüstungsproduktion. Rund 1.500 Menschen beteiligten sich am Freitag an koordinierten Aktionen. Mit Blockaden und symbolträchtigen Gesten unterbrachen die Aktivist:innen den Betrieb an zentralen Industrieanlagen.
In Gelsenkirchen-Scholven blockierten Demonstrant:innen das Kraftwerk Scholven, wo derzeit der Bau einer neuen Gaseinheit geplant ist. Die Aktivist:innen installierten zudem Solarpaneele auf dem Gelände, um für erneuerbare Alternativen zu werben. Gleichzeitig besetzte eine weitere Gruppe die Werksgleise von Europipe in Mülheim an der Ruhr, dem größten Pipeline-Hersteller Europas.
An der Friedrich Wilhelms Hütte, einer Gießerei in Mülheim, störten etwa 200 Protestierende den Schichtwechsel. Die Gießerei gehört zum Rüstungskonzern KNDS, der in den kommenden Jahren Milliardeninvestitionen der Bundesregierung erhalten soll. Die Aktivist:innen verteilten Waffeln an die Belegschaft – unter dem Motto „Waffeln statt Waffen“. In Hamm zog eine weitere Gruppe zum Hauptbahnhof und forderte mit einem Transparent die Enteignung von Energiekonzernen.
Das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen hatte zuvor ein von der Polizei verhängtes Demonstrationsverbot für das Kraftwerk Gersteinwerk bestätigt. Trotzdem kündigten die Organisator:innen an, ihre Pläne weiterzuverfolgen. Die Aktionen sind der Auftakt zu einer Großdemonstration am Samstag, die von Greenpeace, BUND, Fridays for Future und Campact unterstützt wird. Erwartet wird auch die Klimaschutzaktivistin Greta Thunberg.
Die Proteste markieren eine Zuspitzung des Widerstands gegen fossile Infrastruktur und die Verquickung von Rüstungs- und Industrieinteressen. Mit Tausenden weiteren Teilnehmenden am Samstag will die Bewegung trotz rechtlicher Einschränkungen Druck für eine konsequente Klimapolitik machen. Die Organisator:innen zeigen sich kämpferisch und betonen, dass ihre Aktionen dringend notwendige politische Weichenstellungen erzwingen sollen.






