Klingbeil will Rentenreform durch höhere Beiträge und betriebliche Vorsorge sichern
Sylke SchmiedtKlingbeil will Rentenreform durch höhere Beiträge und betriebliche Vorsorge sichern
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil fordert weitreichende Reformen, um die deutsche Rentenversicherung zukunftssicher zu machen. Er betonte, dass die gesetzliche Rente weiterhin das Fundament der Altersvorsorge bleiben müsse. Seine Äußerungen fallen vor den anstehenden Spitzengesprächen mit Gewerkschaften und Arbeitgebern, die die wirtschaftliche Stagnation des Landes überwinden sollen.
Klingbeil setzt darauf, dass mehr Menschen und Unternehmen in die Rentenkasse einzahlen. Besonders in wirtschaftlich guten Zeiten sollten Unternehmer seiner Meinung nach höhere Beiträge leisten. Eine Verbreiterung des Kreises der Beitragszahler werde das System langfristig stabilisieren, so der Minister.
Zudem sprach sich Klingbeil für eine verpflichtende betriebliche Altersvorsorge aus – eine Forderung, die auch der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) erhebt. Als Anreiz schlägt er Modelle wie die Frühstart-Rente vor, um Arbeitnehmer zum verstärkten Sparen für den Ruhestand zu motivieren. Solche Maßnahmen, so Klingbeil, könnten die Belastung für die gesetzliche Rente verringern.
Unterdessen warnte der DGB-Landesvorsitzende Ernesto Harder vor einer Anhebung des Renteneintrittsalters auf 70 Jahre. Dies sei ein harter Schlag und ein brutales Sparmaßnahme, so Harder. Zudem verwies er darauf, dass die Lebenserwartung in Deutschland seit 15 Jahren nicht mehr gestiegen sei – ein Argument gegen eine solche Reform.
Noch vor dem Sommer will der Koalitionsausschuss die wirtschaftliche Schwächephase angehen. Klingbeil erhofft sich von den anstehenden Gesprächen mit den Sozialpartnern Fortschritte. Ein stärkerer Arbeitsmarkt und eine robuste Wirtschaft seien entscheidend für die Zukunft der Rente, betonte er.
Klingbeils Vorschläge zielen darauf ab, die Beitragsbasis zu verbreitern und die private Vorsorge zu stärken. Nun gilt es für die Regierung, gemeinsam mit Gewerkschaften und Arbeitgebern konkrete Reformen auszuarbeiten. Dabei soll die gesetzliche Rente im Mittelpunkt bleiben – bei gleichzeitiger langfristiger Stabilisierung des Systems.






