Knaufs Gipsabbau bei Würzburg spaltet Region: Trinkwasser in Gefahr?
Angelo BriemerKnaufs Gipsabbau bei Würzburg spaltet Region: Trinkwasser in Gefahr?
Der Baustoffhersteller Knauf hat ein 50-jähriges Gipsabbauprojekt in einem für die Trinkwasserversorgung entscheidenden Gebiet bei Würzburg vorgeschlagen. Das Vorhaben sieht den jährlichen Abbau von einer Million Tonnen Gips aus unterirdischen Lagerstätten vor. Die öffentliche Opposition ist massiv – Tausende äußern Bedenken wegen möglicher Risiken für die Wasserversorgung.
Die Regierung von Unterfranken hat das Projekt einer Prüfung unterzogen. Dabei wurden 79 Behörden angehört und über 4.300 Einwendungen aus der Bevölkerung ausgewertet. Das Gutachten kommt zu dem Schluss, dass der Abbau keine unkontrollierbaren Risiken berge – vorausgesetzt, es werden strenge Auflagen eingehalten.
Ein Restrisiko wurde zwar eingeräumt, aber als beherrschbar eingestuft. Sollten die Grundwasserstände sinken, müsste der Abbau sofort eingestellt werden. Knauf begrüßte die Bewertung und bezeichnete sie als weitere fachliche Bestätigung für das Projekt.
Eine Online-Petition gegen die Abbaupläne sammelte bereits mehr als 5.600 Unterschriften. Die Grünen kritisierten das Regierungsgutachten als Verharmlosung der Gefahren für das Trinkwasser. Die endgültige Entscheidung über die Genehmigung liegt nun beim Bergamt Nordbayern, das bis Jahresende einen Bescheid erlassen soll.
Die Zukunft des Projekts hängt von der Entscheidung der Bergbehörde ab. Bei einer Genehmigung müsste Knauf strenge Auflagen erfüllen. Die Bedeutung des Gebiets für die Trinkwasserversorgung bleibt für Gegner und Aufsichtsbehörden gleichermaßen ein zentraler Streitpunkt.
