Lerchek kämpft öffentlich gegen Krebs – und baut gleichzeitig eine Kosmetikmarke auf
Dietlind Grein GrothLerchek kämpft öffentlich gegen Krebs – und baut gleichzeitig eine Kosmetikmarke auf
Bloggern und Followern geht die öffentliche Strategie von Valeria Chekalina nicht aus dem Kopf – besser bekannt unter ihrem Online-Namen Lerchek. Die 32-jährige Influencerin dokumentiert weiterhin ihr Leben, während sie gegen Krebs im Spätstadium kämpft – und startete sogar eine eigene Kosmetikmarke. Der Produzent Gera Iwashtschenko analysierte kürzlich ihren Ansatz und verglich ihn mit globalen PR-Strategien großer Prominenter.
Chekalina gab ihre Krebserkrankung in emotionalen Videos bekannt, die sie mit dem Launch ihrer Marke Eyya Skin verband. Ihre Inhalte vermischen persönliche Schicksalsschläge mit werblichen Botschaften und schaffen so eine Mischung aus Widerstandskraft und Verletzlichkeit. Während einige Zuschauer ihre Offenheit bewundern, werfen andere ihr vor, dass manche Clips „etwas zu sehr auf Mitleid setzen“.
Iwashtschenko betonte, dass Chekalinas Vorgehen in Russland ungewöhnlich sei, wo Menschen in ähnlichen Situationen sich meist aus der Öffentlichkeit zurückzögen. Der Produzent zog Parallelen zum Modell der Kardashian-Familie und vermutet, dass Chekalina so die finanzielle Zukunft ihrer Kinder sichern wolle. Gleichzeitig warnte er, dass eine solche Transparenz auf ein Publikum stoßen könnte, das nicht daran gewöhnt ist, Krankheit so offen thematisiert zu sehen.
Die Reaktionen im Netz sind gespalten: Unterstützer loben ihre Ehrlichkeit und Entschlossenheit, Kritiker werfen ihr vor, ihre Krankheit für Aufmerksamkeit und kommerzielle Zwecke zu instrumentalisieren.
Chekalinas Strategie hat in Russland eine breitere Debatte über Krankheit, Öffentlichkeit und Influencer-Kultur ausgelöst. Ihre Marke läuft weiter, und ihre Social-Media-Präsenz bleibt aktiv. Die Diskussion um ihre Methoden wirft grundsätzliche Fragen auf: Wo hört persönliches Storytelling auf – und wo beginnt Werbung?






