Mannheim beschließt drastisches Sparpaket: 18 Millionen Euro sollen jährlich gespart werden
Hiltraud HamannMannheim beschließt drastisches Sparpaket: 18 Millionen Euro sollen jährlich gespart werden
Der Mannheimer Stadtrat hat ein Bündel von Sparmaßnahmen beschlossen, um die jährlichen Ausgaben um bis zu 18 Millionen Euro zu senken. Der Beschluss erfolgt auf Druck der Landesregierung, die ein prognostiziertes Defizit von rund 600 Millionen Euro bis 2028 verhindern will. Mit dem neuen Plan soll das Fehlbetrag bis zum selben Zeitpunkt auf etwa 375 Millionen Euro reduziert werden.
Der Rat stimmte für das Paket, das verschiedene Einsparungen vorsieht. In Stadtparks werden künftig weniger Dienstleistungen angeboten, Eintrittsgelder steigen, und Kurzstrecken-Tickets im Öffentlichen Nahverkehr fallen weg. Zudem soll die Verwaltung verschlankt werden, um die Effizienz zu steigern.
Einige Maßnahmen wurden abgemildert, um die Belastungen zu verringern. Die Ermäßigung der Kita-Gebühren wird schrittweise abgeschafft statt sofort gestrichen. Das Jugendzentrum und die Stadtbibliothek bleiben trotz früherer Schließungsdiskussionen geöffnet. Dennoch werden Zuschüsse für Hilfsorganisationen und leistungsorientierten Jugendsport gekürzt.
CDU, SPD, FDP und die Mannheimer Liste unterstützten den Plan, während die AfD und ein parteiloser Stadtrat dagegen stimmten. Die LTK-Fraktion enthielt sich. Besonders belastend wirken sich finanzielle Herausforderungen wie die Sanierung des Nationaltheaters und eine Einmalzahlung für den Verbund der "Universitätsmedizin Mannheim-Heidelberg" aus, die den Haushalt der Stadt stark beanspruchen.
Das Sparpaket bildet die Grundlage für den Nachtragshaushalt 2025/2026 sowie die Finanzplanung bis 2028. Die endgültige Abstimmung über den Nachtragshaushalt ist für den 21. Oktober angesetzt.
Die beschlossenen Maßnahmen werden nun die Finanzstrategie Mannheims für die kommenden vier Jahre prägen. Die Stadt erwartet, ihr Defizit bis 2028 deutlich zu verringern, auch wenn einige öffentliche Leistungen und Fördergelder gekürzt werden. Als nächster Schritt steht die Entscheidung des Rates über den Nachtragshaushalt Ende Oktober an.






