Matthias Hundt widerruft Rücktritt – doch der Senat will ihn entlassen
Dietlind Grein GrothMatthias Hundt widerruft Rücktritt – doch der Senat will ihn entlassen
Berlins Staatssekretär für Digitalisierung, Matthias Hundt, nimmt seinen Rücktritt zurück – doch der Druck auf ihn wächst. Die Entscheidung fällt in eine Phase verschärfter juristischer und finanzieller Prüfungen seiner ehemaligen Unternehmensberatung. Behörden ermitteln nun wegen möglicherweise nicht gezahlter Rentenbeiträge und Insolvenzvorwürfen im Zusammenhang mit dem Unternehmen.
Hundt hatte sein Amt Mitte März angetreten, geriet aber umgehend unter Druck, nachdem Berichte über seine früheren Geschäftspraktiken bekannt wurden. Seine Beratungsfirma, die SDC Sachsen Digital Consulting GmbH, beantragte am 25. November 2025 die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. Die Staatsanwaltschaft Dresden hatte bereits Ermittlungen gegen ihn wegen seiner Rolle beim finanziellen Zusammenbruch des Unternehmens eingeleitet.
Auch die Deutsche Rentenversicherung prüft, ob die SDC fällige Sozialabgaben vorenthalten hat. Hundts Anwalt begründete den Rückzug des Rücktritts mit Frust über „unbegründete Gerüchte“ und dem Willen, seinen Namen zu rehabilitieren. Trotz der rechtlichen Vorwürfe war er nie Gesellschafter einer weiteren Firma, der Humboldt Capture Germany GmbH, bei der er bis Herbst 2024 als externer Geschäftsführer tätig war.
Da der Rücktritt nun vom Tisch ist, plant der Berliner Senat, am Dienstag sein Amtsenthebungsverfahren einzuleiten. Die Kehrtwende macht Hundt zudem anspruchsberechtigt für eine Abfindung in Höhe von sechs Monatsgehältern – rund 72.000 Euro.
Sein Verbleib im Amt verlängert sich damit vorerst, doch die Abstimmung über seine Entlassung steht bevor. Die Ermittlungen zu Insolvenz und Rentenbeiträgen laufen weiter. Ihr Ausgang wird zeigen, ob weitere rechtliche oder finanzielle Konsequenzen folgen.






