Minijob-Boom in Baden-Württemberg: Über 30 Prozent mehr prekäre Jobs in fünf Jahren
Dietlind Grein GrothMinijob-Boom in Baden-Württemberg: Über 30 Prozent mehr prekäre Jobs in fünf Jahren
Zahl der Minijobs in Baden-Württemberg steigt in fünf Jahren um über 30 Prozent – Kritik an sozialer Ungleichheit und Altersarmut
Die Anzahl der Minijobs in Baden-Württemberg ist innerhalb von fünf Jahren um mehr als 30 Prozent explodiert. Kritiker warnen nun, dass diese schlecht bezahlten Beschäftigungsverhältnisse die soziale Sicherung aushöhlen und Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in prekäre Verhältnisse drängen. Politiker von Grünen und Linken fordern dringend Reformen, um der Entwicklung entgegenzuwirken.
Laut offiziellen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit hat sich die Zahl der Minijobber im Land stark erhöht. Während 2021 noch rund 550.000 Menschen in solchen Stellen arbeiteten, waren es 2025 bereits etwa 720.000.
Arbeitsmarktpolitik: Grüne und Linke üben scharfe Kritik Armin Grau, arbeits- und sozialpolitischer Sprecher der Grünen, kritisiert Minijobs vor allem wegen zweier zentraler Mängel: Zum einen entzögen sie dem Staat dringend benötigte Sozialabgaben. Zum anderen drohe Langzeitbeschäftigten in solchen Jobs oft Altersarmut. Zudem verwies er auf interne Uneinigkeit in der Union zur Regelung von Teilzeitarbeit. So hatte Manuel Hagel, Spitzenkandidat der CDU in Baden-Württemberg, zuvor gefordert, die Verdienstgrenze für Minijobs auf 1.000 Euro anzuheben.
Auch Pascal Meiser, arbeitsmarktpolitischer Sprecher der Linken, teilte diese Bedenken. Minijobs beraubten Beschäftigte grundlegender Absicherungen und untergrüben das System der Sozialversicherungen, argumentierte er. Als Lösung schlägt er stärkere Tarifbindungen vor, um faire Löhne und menschenwürdige Arbeitsbedingungen für alle Arbeitnehmenden zu garantieren.
Forderung nach Systemwechsel: Ohne Reformen drohen weitere soziale Verwerfungen Angesichts des anhaltenden Anstiegs der Minijobs verschärft sich die Debatte. Kritiker betonen, dass strukturelle Änderungen notwendig seien, um Arbeitnehmer zu schützen und die Renten Zukunftssicher zu machen. Ohne Kurskorrektur könnte die Abhängigkeit von diesen schlecht bezahlten und unsicheren Jobs die finanzielle Instabilität Tausender weiter verschärfen.