Paul Wanner wählt Österreich statt DFB – Rangnicks Vision überzeugt den Bayern-Talent
Dietlind Grein GrothPaul Wanner wählt Österreich statt DFB – Rangnicks Vision überzeugt den Bayern-Talent
Paul Wanner entscheidet sich für Österreich – und gegen die deutsche Nationalmannschaft
Der Mittelfeldspieler Paul Wanner wird künftig für die österreichische Nationalmannschaft auflaufen und hat damit eine Einberufung durch den Deutschen Fußball-Bund (DFB) abgelehnt. Die Entscheidung, die Ende 2024 oder Anfang 2025 offiziell bekannt gegeben wurde, beendet jahrelange Spekulationen über seine internationale Zukunft. Der 19-Jährige, der in Dornbirn als Sohn eines deutschen Vaters und einer österreichischen Mutter geboren wurde, begründete seine Wahl mit persönlichen Bindungen und dem Einfluss von Trainer Ralf Rangnick, der seit 2022 den österreichischen Verband coacht.
Wanners Verbindung zu Österreich ist tief verwurzelt. Aufgewachsen in Amtzell, einem Dorf im oberschwäbischen Grenzgebiet zu Vorarlberg, hörte er zu Hause zwar den vorarlbergerischen Dialekt, spricht aber hauptsächlich Hochdeutsch. Seine Fußballkarriere begann früh: Bereits mit 13 Jahren wechselte er in die Jugendakademie des FC Bayern München. Im Januar 2022 schrieb er dann Geschichte, als er zum jüngsten Bundesliga-Spieler in der Vereinsgeschichte des Rekordmeisters avancierte.
Die Frage seiner nationalen Zugehörigkeit gewann im November 2022 an Brisanz, als der damalige DFB-Trainer Julian Nagelsmann eine Nominierung für die deutsche Auswahl in Erwägung zog. Doch für Wanner stand nie allein die Teilnahme an einer Weltmeisterschaft im Vordergrund. Ausschlaggebend war vielmehr Rangnicks Rolle als österreichischer Nationalcoach. Der Spieler äußerte wiederholt die Hoffnung, dass Rangnick auch über das kommende Turnier hinaus im Amt bleiben werde.
Auf dem Platz glänzt Wanner als klassische "Zehn", eine Position, die seinem kreativen Spielstil perfekt entspricht. Trotz der Debatten um seine Nationalmannschaftszugehörigkeit verlief seine Vereinskarriere stetig aufwärts. Nach erfolgreichen Leihstationen bei SV Elversberg und dem 1. FC Heidenheim wechselte er im Sommer 2024 für 15 Millionen Euro zu PSV Eindhoven. Während dieser Zeit blieben seine Trainingsbedingungen und Einsatzzeiten bei den Bayern stets unberührt von seiner internationalen Entscheidung.
Rangnicks Einfluss beschränkte sich dabei nicht auf taktische Aspekte. Die sportliche Vision des Trainers für den österreichischen Fußball deckte sich mit Wanners eigenen Ambitionen – ein weiterer Grund, der die Wahl erleichterte. Zwar hätte die deutsche Nationalmannschaft mehr Prestige bedeutet, doch Österreich bot ihm sowohl persönlich als auch sportlich die bessere Perspektive.
Mit seinem Wechsel zu Österreich endet eine lange Phase der Ungewissheit über Wanners internationale Zukunft. Sein Karriereweg – vom jüngsten Bayern-Debütanten der Bundesliga-Geschichte bis zum 15-Millionen-Wechsel ins Ausland – zeigt weiterhin steile Aufwärtstendenz. Unter der Führung von Rangnick bereitet er sich nun darauf vor, das Land zu vertreten, mit dem er sich tief verbunden fühlt.






