11 May 2026, 00:20

Pharma-Industrie fordert von Warken Sofortmaßnahmen gegen China-Abhängigkeit

Plakat, das zeigt, dass Big Pharma im Jahr 2022 Amerikaner zwei bis drei Mal so viel für dieselben Medikamente berechnet hat wie andere Länder, mit Bildern von Medikamentenflaschen und einer Spritze.

Pharma-Industrie fordert von Warken Sofortmaßnahmen gegen China-Abhängigkeit

Fünf Verbände der pharmazeutischen und biotechnologischen Industrie haben Bundesgesundheitsministerin Nina Warken zu sofortigem Handeln aufgefordert. Der dringende Appell kommt vor dem Hintergrund wachsender Sorgen über die Abhängigkeit Deutschlands von China bei essenziellen Wirkstoffen und Schlüsseltechnologien. Gleichzeitig warnen die Verbände, dass jüngste politische Weichenstellungen die Branche verunsichern und ihre Planungs- und Investitionssicherheit gefährden.

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Die Verbände üben scharfe Kritik am kürzlich verabschiedeten GKV-Finanzstabilisierungsgesetz. Das Gesetz sorge für erhebliche Unsicherheit und untergrabe die Fähigkeit der Unternehmen, langfristig zu planen und zu investieren, heißt es in der Stellungnahme. Zugleich räumen die Verbände ein, dass die langfristige Finanzierung des GKV-Systems zu den drängendsten sozialpolitischen Herausforderungen Deutschlands gehört.

In ihrem Schreiben lehnen die Verbände strengere Preisregulierungen für patentgeschützte Arzneimittel entschieden ab. Auch Pläne zur Verschärfung der mengenbasierten Preisgestaltung stoßen auf Widerstand – solche Maßnahmen würden die Wettbewerbsfähigkeit der Branche schwächen, argumentieren sie. Stattdessen fordern sie eine ressortübergreifende Strategie, an der mehrere Bundesministerien sowie die Bundeskanzlei mitwirken sollen.

Die Verbände betonen, dass Deutschland jetzt handeln müsse, um seine Position als führender Standort für pharmazeutische Innovation zu verteidigen. Kurzsichtige Sparmaßnahmen, die die Zukunftsfähigkeit der Branche gefährden, seien der falsche Weg. Notwendig seien vielmehr strukturelle Reformen, um das System widerstandsfähig und zukunftsorientiert auszurichten.

Im Mittelpunkt der Forderungen der Industrie stehen zwei zentrale Punkte: die Verringerung der Abhängigkeit von ausländischen Zulieferern und die Schaffung stabiler, langfristiger Rahmenbedingungen. Gefordert wird eine abgestimmte Pharma-Strategie, die Deutschlands Rolle in der globalen Arzneimittelproduktion sichert. Ohne entschlossenes Handeln, so die Warnung, drohe das Land in einem entscheidenden Wirtschaftssektor den Anschluss zu verlieren.

Quelle