09 June 2026, 02:10

Streit um Elektroauto-Zukunft spitzt sich bei Mercedes in Untertürkheim zu

Daimler-Betriebsrat blockiert Überstunden

Streit um Elektroauto-Zukunft spitzt sich bei Mercedes in Untertürkheim zu

Am Mercedes-Benz-Werk in Stuttgart-Untertürkheim haben sich die Spannungen wegen der Zukunft des Standorts in der Elektroauto-Produktion zugespitzt. Eine Besprechung am Montag brachte keine Einigung zwischen der Unternehmensführung und dem Betriebsrat. Der Streit droht nun die Produktion in dem Werk zu behindern, in dem rund 19.000 Mitarbeiter beschäftigt sind.

Im Mittelpunkt des Konflikts steht die Rolle des Werks beim Umstieg von Mercedes-Benz auf Elektrofahrzeuge. Der Konzern plant bis 2022 zehn neue rein elektrisch betriebene Modelle auf den Markt zu bringen, doch die Führung hat Untertürkheim bisher keine feste Zusage für eine Einbindung in diese Strategie gegeben. Stattdessen werden von den Beschäftigten Zugeständnisse gefordert – ohne verbindliche Zusagen zu machen.

Der Betriebsrat hat daraufhin die Genehmigung von Überstunden ab dem 1. Juli verweigert. Dieser Schritt könnte die Produktion an einem der wichtigsten Standorte des Autobauers verlangsamen. Die Betriebsratsvertreter bestehen darauf, dass das Werk einen Anteil an den zukünftigen Arbeitsplätzen in der Elektroauto-Fertigung sichern muss, und warnen, dass sein Fortbestand davon abhängt.

Auch die Betriebsräte anderer Mercedes-Benz-Werke drängen auf Garantien für die Produktion von Elektrofahrzeugen. Die Gespräche am Montag endeten jedoch ergebnislos, sodass die langfristige Rolle des Standorts weiter ungewiss bleibt.

Ohne eine Lösung drohen dem Werk ab dem nächsten Monat Produktionsverzögerungen. Das Überstundenverbot des Betriebsrats unterstreicht die Dringlichkeit des Konflikts. Mercedes-Benz steht nun vor der Entscheidung, wie Untertürkheim in die Elektroauto-Pläne integriert werden kann – oder riskiert eine weitere Zuspitzung der Lage.

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