Streit um Lehrer-Beförderungen: Gymnasien in Baden-Württemberg benachteiligt
Hiltraud HamannStreit um Lehrer-Beförderungen: Gymnasien in Baden-Württemberg benachteiligt
Baden-Württembergs Bildungsministerium plant Beförderung mehrerer hundert Lehrer in die Besoldungsstufe A14 bis Mai
Die Beförderungswelle folgt dem etablierten Karriereweg für erfahrene Pädagogen, die in der Regel in der Stufe A13 beginnen. Doch die Verteilung der Aufstiege sorgt für Kritik bei Lehrerverbänden.
Laut den aktuellen Plänen erhalten 81 Gymnasiallehrer, 203 Lehrer an Berufsschulen sowie weitere Lehrkräfte an Gemeinschaftsschulen eine Beförderung. Die Zuteilung regelt die Verwaltungsvorschrift "Beförderung zur Oberstudienrätin/zum Oberstudienrat" vom 19. März 2001, die weiterhin Gültigkeit besitzt.
Der Philologenverband Baden-Württemberg wirft dem Ministerium vor, ein "Budget-Taschenspiel" zu betreiben. In einer jüngsten Stellungnahme kritisiert der Verband, dass Gymnasien systematisch unterfinanziert würden. Stattdessen würden die Beförderungsmöglichkeiten an Gemeinschaftsschulen auf Kosten der Gymnasiallehrer ausgeweitet.
Als Beispiel führt der Verband den Regierungsbezirk Karlsruhe an: Dort sei durch Umverteilungen der Beförderungsstellen fast das gesamte Jahreskontingent für Gymnasiallehrer gestrichen worden. Zudem fehle es der vom Ministerium angekündigten "Gleichstellung der Aufstiegschancen" zwischen den Schulformen an finanzieller und planerischer Umsetzung.
Trotz der Kontroverse bleibt die Stufe A14 ein wichtiger Karriereschritt für erfahrene Lehrkräfte. Das Ministerium hat sich zu den Vorwürfen des Verbands bisher nicht direkt geäußert. In offiziellen Unterlagen finden sich keine konkreten Angaben zu A14-Stellen für Gymnasien oder zu Umverteilungen zugunsten von Gemeinschaftsschulen.
Die Ankündigung des Ministeriums bestätigt, dass bis Mai mehrere hundert Beförderungen in A14 erfolgen sollen. Für Gymnasiallehrer gibt es jedoch im Vergleich zu Kollegen an Berufs- und Gemeinschaftsschulen deutlich weniger Aufstiegschancen. Der Philologenverband fordert weiterhin eine gerechtere Verteilung der Mittel und Stellen.