27 March 2026, 16:14

Stuttgart 21 vor entscheidender Weichenstellung: Teilstart oder nächste Verzögerung?

Ein Plakat mit einer detaillierten Karte des U.S.-Hochgeschwindigkeits-Personenverkehrsprogramms, einschließlich Routen und wichtiger Standorte, mit begleitendem Text, der das Vorhaben erklärt.

Stuttgart 21 vor entscheidender Weichenstellung: Teilstart oder nächste Verzögerung?

Stuttgart 21: Bahnprojekt steht vor neuer Unsicherheit – Entscheidungen in dieser Woche

Das seit langem verzögerte Bahnprojekt Stuttgart 21 steht vor weiterer Ungewissheit, da in dieser Woche wegweisende Entscheidungen anstehen. Ursprünglich für 2019 geplant, droht dem Vorhaben nun eine erneute Verschiebung oder eine eingeschränkte Inbetriebnahme im Dezember 2026. Steigende Kosten und technische Verzögerungen belasten weiterhin das teuerste Eisenbahnmodernisierungsprojekt Europas.

Am Freitag soll endgültig entschieden werden, ob ein Teilstart erfolgen oder die vollständige Eröffnung abermals verschoben wird. Die jüngsten Rückschläge umfassen ungelöste Streitigkeiten über Milliarden an Mehrkosten sowie unfertige digitale Systeme, die für den Betrieb unverzichtbar sind.

Mit inzwischen rund 11,3 Milliarden Euro hat sich das Budget von Stuttgart 21 um mindestens 6,5 Milliarden Euro gegenüber den ursprünglichen Schätzungen erhöht. Ein juristischer Versuch der Deutschen Bahn, einen Teil der Zusatzkosten von den Projektpartnern zurückzufordern, scheiterte 2024 vor dem Verwaltungsgericht Stuttgart. Wer die Verantwortung für die Kostenexplosion trägt, bleibt weiterhin ungeklärt.

Technische Hürden verschärfen die Verzögerungen zusätzlich. Die digitalen Stellwerkssysteme und ETCS-Signalkomponenten – essenziell für die Modernisierung des Stuttgarter Eisenbahnknotens – sind noch immer nicht vollständig installiert oder getestet. Zwar begannen im Oktober 2025 Probebetriebe, doch gibt es keine genauen Angaben, wie viel des Systems bis März 2026 einsatzbereit ist. Die für den Betrieb der neuen Digitalinfrastruktur benötigte Software wird erst nach Dezember 2026 fertig sein, was die volle Funktionsfähigkeit weiter hinauszögert.

Am stärksten spürbar werden die Auswirkungen für die Fahrgäste. Um die neue Infrastruktur mit den bestehenden Strecken zu verbinden, sind umfangreiche Gleissperrungen geplant – besonders auf den Verbindungen in Richtung Osten. 2026 werden diese Einschränkungen die Sperrzeiten des Vorjahres sogar verdoppeln. Eine Arbeitsgruppe prüft derzeit, wie sich die Beeinträchtigungen minimieren lassen, doch erhebliche Einschränkungen sind 2027 unvermeidbar.

Der Zeitplan des Projekts wurde bereits mehrfach angepasst. Nach dem verpassten Termin 2019 stehen die Verantwortlichen nun vor der Wahl: die Eröffnung erneut verschieben, teilweise mit eingeschränktem Betrieb starten oder sich trotz anhaltender Mängel an den Dezember 2026 halten.

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Die Entscheidung am Freitag wird zeigen, ob Stuttgart 21 wie geplant im Dezember 2026 ans Netz geht – oder abermals vertagt wird. Fahrgäste müssen sich auf längere Sperrungen und Betriebseinschränkungen einstellen, während die finanziellen Konflikte zwischen den Partnern weiter ungelöst bleiben. Selbst bei einer Inbetriebnahme werden die für einen reibungslosen Betrieb entscheidenden Digitalsysteme zum Stichtag nicht voll funktionsfähig sein.

Quelle