SXSW London zwischen Meinungsfreiheit und KI-Deepfakes: Warum Piers Morgan Alarm schlägt
Sylke SchmiedtSXSW London zwischen Meinungsfreiheit und KI-Deepfakes: Warum Piers Morgan Alarm schlägt
SXSW London steht im Mittelpunkt einer Debatte über Meinungsfreiheit, nachdem zwei prominente US-Kommentatoren die Einreise nach Großbritannien verweigert wurde. Die Veranstaltung, die in dieser Woche über 800 Redner:innen und Künstler:innen zusammenbringt, sieht sich mit Kritik des Moderators Piers Morgan konfrontiert. Gleichzeitig warnt dieser vor der Verbreitung von KI-generierten Deepfakes, die ihn im Internet nachahmen.
Der politische Kommentator Cenk Uygur und sein Neffe Hasan Piker durften vor Beginn des Festivals nicht ins Land einreisen. Das britische Innenministerium begründete die Entscheidung damit, dass ihre Anwesenheit „dem öffentlichen Wohl nicht zuträglich“ sei. Die Organisator:innen von SXSW London betonten, dass Einreiseentscheidungen allein in der Zuständigkeit der Regierung lägen – nicht bei den Veranstaltern.
Morgan, der selbst als Redner beim Festival auftritt, äußerte sich enttäuscht darüber, dass sich SXSW London nach dem Verbot nicht öffentlich für Uygur eingesetzt habe. Die Festivalleitung reagierte mit der Bekräftigung, weiterhin vielfältige Stimmen zu Wort kommen zu lassen – auch solche, die das Event selbst kritisch sehen.
Unabhängig davon warnte Morgan vor den Gefahren KI-generierter Inhalte. Er berichtete, dass selbst seine eigene Mutter den Unterschied zwischen einem echten Video und einem Deepfake von ihm nicht erkennen könne. Gefälschte Ausschnitte, angeblich aus seiner Sendung „Uncensored“, verbreiten sich derzeit in sozialen Medien. Sowohl Morgan als auch die Sängerin Katherine Jenkins gaben zu, dass sie Inhalten auf Plattformen wie TikTok mittlerweile misstrauen – angesichts der Manipulationsgefahr.
Bei einer Diskussion im Rahmen von SXSW London scherzte Morgan zudem, er halte sich in Debatten nach wie vor für überzeugender als KI – „zumindest vorerst“.
Das Festival läuft derweil nach Plan weiter und bietet Hunderten von Redner:innen und Künstler:innen eine Bühne. Die Entscheidung des Innenministeriums zu Uygur und Piker bleibt bestehen, während die Sorgen über KI-gestützte Identitätsfälschungen anhalten. SXSW London hält an seinem Anspruch fest, offene Debatten zu fördern – selbst wenn es dafür Kritik einstecken muss.






