Theater Senftenberg: Warum Intendant Daniel Ris vorzeitig gehen muss
Hiltraud HamannTheater Senftenberg: Warum Intendant Daniel Ris vorzeitig gehen muss
Das Neue Theater Senftenberg steht wieder im regionalen Fokus – wie zu Zeiten der DDR. Doch diesmal liegt das nicht nur an künstlerischen Erfolgen, sondern an einem unerwarteten Vertragsstreit um den künstlerischen Leiter Daniel Ris. Sein bevorstehender Abschied sorgt für Diskussionen, bei denen Spekulationen von finanziellen Problemen bis hin zu politischen Spannungen in der von der AfD geprägten Region reichen.
Obwohl sein Fünfjahresvertrag ursprünglich bis 2027 laufen sollte, wird Daniel Ris nicht verlängert. Die Entscheidung trifft ihn frustriert, doch er bleibt konzentriert – auf seine vierte Spielzeit und die Suche nach neuen Perspektiven. Bürgermeister Andreas Pfeiffer attestiert ihm zwar künstlerische Kompetenz, deutet aber an, dass strukturelle Probleme und mögliche Konflikte über seine Arbeitsweise eine Rolle spielen.
Die genauen Gründe für die Nichtverlängerung bleiben unklar. Offiziell werden Führungsdefizite, mangelnde Kooperationsbereitschaft und ein angeblicher finanzieller Schaden in Höhe von 250.000 Euro genannt. Andere vermuten, dass Ris' offene Art oder seine klar antinazistische Haltung den Ausschlag gegeben haben könnten. Konkrete Reformen von Stadt oder Landkreis gibt es bisher nicht.
Unterdessen feiert die aktuelle Produktion Nicht alles schlecht in der DDR große Erfolge. Kajetan Skurskis Stück beleuchtet die Sportkultur der DDR – eine Mischung aus Parodie und Nostalgie. Besonders der zweite Akt mit Blasorchester, Chören und Sportdarbietungen begeistert das Publikum. Schauspielerin Catharina Struwe glänzt mit einem berührenden Solo über ihre Zeit als Athletiktrainerin in der DDR.
Unter Ris' Leitung steigerte das Neue Theater Senftenberg seine Eigenmittel und zog mehr Zuschauer an. Seine innovativen Spielzeit-Eröffnungen an historischen Orten wurden zu lokalen Highlights. Doch trotz dieser Erfolge bleibt seine Zukunft am Haus ungewiss.
Die Kontroverse um Ris' Abgang wirft Fragen zur weiteren Ausrichtung des Theaters auf. Seine Arbeit hat dem Haus neuen Schwung verliehen, doch politische und finanzielle Spannungen überschatten nun den Fortschritt. Künstlerisch blüht das Neue Theater Senftenberg auf – doch die Führung steht vor einem ungewissen Übergang.






