Tödliches Super-Opioid Cychlorphin taucht in Karlsruhe in gefälschten E-Liquids auf
Sylke SchmiedtNeues Designer-Droge im Umlauf - Was Sie wissen müssen - Tödliches Super-Opioid Cychlorphin taucht in Karlsruhe in gefälschten E-Liquids auf
Ein hochgefährliches synthetisches Opioid namens Cychlorphin steht in Verbindung mit mehreren Todesfällen in Deutschland und England. Der Wirkstoff, der bis zu 200-mal stärker als Heroin ist, taucht nun in gefälschten Produkten und E-Liquids im Raum Karlsruhe auf. Schon winzige Mengen können lebensbedrohliche Überdosen auslösen, mit Symptomen wie Bewusstlosigkeit und Atemstillstand.
Cychlorphin wurde in kleinen "Löschblättern" (Blottern) und farblosen E-Liquids nachgewiesen, oft als andere Substanzen getarnt. Im Gegensatz zu verschreibungspflichtigen Benzodiazepinen können bereits minimale Dosen zu schweren Vergiftungen führen. In Karlsruhe berichteten sechs Patienten von der Einnahme des Mittels: Sie beschrieben zunächst ein warmes, euphorisches Hochgefühl, gefolgt von plötzlicher Müdigkeit.
Die Wirkung des Opioids unterscheidet sich deutlich von LSD – Anzeichen einer Überdosis sind verlangsamte Atmung und Bewusstseinsverlust. Naloxon kann eine Vergiftung möglicherweise rückgängig machen, doch Betroffene benötigen häufig wiederholte Gaben über ein Nasenspray. Die Behörden warnen, dass unerfahrene Opioidkonsumenten und Nutzer von "Blotter"-Drogen dem höchsten Risiko ausgesetzt sind.
Gefälschte Arzneimittel mit Cychlorphin haben die Gefahr zufälliger Überdosen weiter erhöht. Aufgrund der extremen Potenz des Wirkstoffs – 50- bis 200-mal stärker als Heroin – ist er weit tödlicher als herkömmliche Straßenopioide.
Gesundheitsbehörden raten zur Vorsicht, da sich Cychlorphin in gefälschten Produkten ausbreitet. Die hohe Wirkstärke und das täuschende Erscheinungsbild erhöhen das Risiko tödlicher Überdosen. Naloxon bleibt eine entscheidende Notfallbehandlung, doch sind oft mehrere Anwendungen nötig.