15 May 2026, 12:26

Uwe Steimle ermittelt im polarisierenden Tatort Ost – ein Krimiexperiment mit Eklat

Alter deutscher Filmplakat für "Münchner Automaten-Kasperl- und Geister-Theater" zeigt kostümierte Darsteller in einer lebendigen Szenerie umgeben von Text.

Uwe Steimle ermittelt im polarisierenden Tatort Ost – ein Krimiexperiment mit Eklat

15 Jahre nach der letzten Folge startet eine neue Krimireihe mit dem ostdeutschen Kabarettisten Uwe Steimle: Volkspolizeiruf Tatort Ost. Die Serie begleitet Kommissar Bemme bei der Aufklärung von Verbrechen gegen das „Volk“ der DDR – und erscheint zu einer Zeit, in der die Darstellung Ostdeutschlands in den Medien heftig diskutiert wird. Gleichzeitig eskaliert ein öffentlicher Streit zwischen Hauptdarsteller und Drehbuchautor.

Das Projekt entstand aus der Kritik der Macher an der mangelnden Präsenz ostdeutscher Perspektiven im Fernsehen. Steimle, bekannt für seine provokanten, teils rechtspopulistischen Äußerungen und seine DDR-Nostalgie (Ostalgie), übernimmt die Hauptrolle. Die Pilotfolge Mord unter der Windkraftanlage umfasst ungewöhnliche 11.000 Seiten – wie das finale Format aussehen wird, ist jedoch noch unklar.

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Hinter den Kulissen kam es zum Eklat zwischen Steimle und Drehbuchautor Uwe Tellkamp, der sich um Überarbeitungen des Drehbuchs drehte. Ihr öffentlicher Disput befeuerte die ohnehin kontroverse Diskussion um die Serie. Gleichzeitig setzte der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR), verantwortlich für Formate wie Tatort und Polizeiruf, aufgrund von Budgetkürzungen neue Folgen aus – und schafft so Raum für unabhängige Projekte wie dieses.

Statt im klassischen Fernsehen wird die Serie zunächst über ausgewählte Telegram-Kanäle veröffentlicht. Produzent Holger Friedrich hat jedoch größere Pläne: Er will mit Ostflix eine Streaming-Plattform für ostdeutschen Content aufbauen. Bis dahin könnten die Folgen auch in Tellkamps nächsten Roman oder im Pieschener Anzeiger, einer lokalen Zeitung, erscheinen.

Die Reihe ist ein gewagter, wenn auch polarisierender Versuch, eine wahrgenommene kulturelle Lücke zu schließen. Mit ihrer unkonventionellen Veröffentlichungsstrategie und politischen Untertönen hebt sie sich von klassischen Krimiformaten ab. Ob sie ein Publikum findet – oder weitere Debatten auslöst – hängt davon ab, wie sie jenseits des klassischen Rundfunks aufgenommen wird.

Quelle