Wahlkampf um Startups: Wie Baden-Württemberg Gründerinnen und Gründer besser fördern will
Dietlind Grein GrothWahlkampf um Startups: Wie Baden-Württemberg Gründerinnen und Gründer besser fördern will
Baden-Württemberg bleibt eine der führenden Gründerszenen Deutschlands – dank der engen Verzahnung von Hochschulen und Wirtschaft. Dennoch kämpfen viele Startups weiterhin mit einem Mangel an Risikokapital und Fachkräften. Nun haben die Parteien im Vorfeld der nächsten Wahl ihre Pläne vorgestellt, um Gründerinnen und Gründer besser zu unterstützen.
Die Grünen setzen auf eine Aufstockung der Landesmittel für Wagniskapital, mit einem Schwerpunkt auf GreenTech und sozialem Unternehmergeist. Zudem wollen sie die digitale Verwaltung vereinfachen und sicherstellen, dass öffentliche Aufträge gezielt an Startups vergeben werden. Ihr Ziel: nachhaltige und gesellschaftlich engagierte Unternehmen sollen leichter an Fördergelder kommen.
Die CDU verspricht eine "One-Stop-Agentur" für Gründer, um bürokratische Hürden abzubauen. Darüber hinaus plant sie einen eigenen Fonds für klimaneutrale Startups. Die Partei argumentiert, dass dies Genehmigungsverfahren beschleunigen und mehr grüne Investitionen anziehen werde.
Für die SPD beginnt Gründungsförderung bereits in der Schule: Sie will Programme einführen, die frühzeitig unternehmerisches Denken fördern. Auch ein neuer Wagniskapitalfonds steht auf ihrer Agenda – allerdings lehnt die Partei eine Bevorzugung von Startups bei öffentlichen Aufträgen ab.
Der FDP-Ansatz zielt auf Bürokratieabbau und die Anwerbung weiterer Risikokapitalgeber. Sie schlägt die Einrichtung von "Wirtschaftsfreiheitszonen" vor, in denen Startups mit weniger Regulierung agieren können. Damit will die Partei die Region für Investoren attraktiver machen.
Die Linke betrachtet die Gründerszene in Baden-Württemberg noch als im Aufbau befindlich. Sie priorisiert soziale und klimabezogene Kriterien bei öffentlichen Aufträgen und fordert, dass staatliche Förderung stärker an gesamtgesellschaftlichen Zielen ausgerichtet wird.
Die AfD hat auf Anfragen zu ihrer Position in der Startup-Politik nicht reagiert.
Jede Partei setzt bei unterschiedlichen Hemmnissen an: Während Grüne und CDU auf Finanzierung und Klimaziele fokussieren, treiben SPD und FDP Bildungsinitiativen und Deregulierung voran. Die Linke betont den gesellschaftlichen Impact – die AfD hingegen hat keine Haltung bezogen. Wie sich diese Pläne umsetzen lassen, könnte die Zukunft der Gründerszene in Baden-Württemberg maßgeblich prägen.






