ZF vereinbart radikales Sparpaket: Stellenabbau und Lohnstopp bis 2030
Dietlind Grein GrothAutozulieferer ZF kündigt umfassendes Sparprogramm an - Allianz mit Mitarbeitern - ZF vereinbart radikales Sparpaket: Stellenabbau und Lohnstopp bis 2030
ZF hat mit seiner Belegschaft eine weitreichende Vereinbarung zur Kostensenkung abgeschlossen, um die Zukunft des Unternehmens zu sichern. Das im März 2026 ausgehandelte Abkommen umfasst Stellenabbau, Lohnstopp und verkürzte Arbeitszeiten in zentralen Unternehmensbereichen. Sowohl die Unternehmensführung als auch die Gewerkschaften bezeichnen den Schritt als entscheidend, um die Wettbewerbsfähigkeit ohne betriebsbedingte Kündigungen zu stärken.
Das Sparprogramm war erstmals im Sommer 2024 angekündigt worden und zielte ursprünglich auf den Abbau von 14.000 Stellen bis 2028 ab. Nun bestätigt das Unternehmen, dass allein in der größten Sparte, dem Bereich E, bis 2030 rund 7.600 Arbeitsplätze wegfallen werden. Um Zwangsentlassungen zu vermeiden, bietet ZF Vorruhestandsregelungen, Abfindungsprogramme und Umschulungsmaßnahmen an.
Eine für April 2026 vorgesehene Lohnerhöhung von 3,1 Prozent tritt nun erst im Oktober in Kraft – eine Maßnahme, die etwa 500 Millionen Euro einspart. Im Bereich Elektromobilität werden die wöchentlichen Arbeitszeiten bis Ende 2027 um rund sieben Prozent reduziert. Trotz früherer Überlegungen schließt ZF eine Ausgliederung dieser Sparte aus.
Konzerchef Mathias Miedreich bezeichnete die Einigung als "Meilenstein", um die Marktposition von ZF zu festigen. Barbara Resch von der IG Metall betonte, dass die Vereinbarung den Beschäftigten Planungssicherheit gebe, und forderte das Unternehmen auf, faire Arbeitsbedingungen zu gewährleisten. Bisher liegen jedoch keine Daten vor, wie sich die Veränderungen auf die Produktivität oder Wettbewerbsfähigkeit am Hauptsitz in Friedrichshafen auswirken werden.
Die Maßnahmen sollen die Finanzlage von ZF stabilisieren und gleichzeitig durch freiwillige Programme Arbeitsplätze sichern. Die verschobene Lohnerhöhung und die reduzierten Arbeitszeiten werden die Kosten deutlich senken. Wie sich die Veränderungen langfristig auf den Betriebsablauf und die Mitarbeiterzufriedenheit auswirken, wird sich in den kommenden Jahren zeigen.






