120 Jahre Tradition: Warum der Maschinenbauer Mayer & Cie. jetzt Insolvenz anmeldet
Dietlind Grein Groth120 Jahre Tradition: Warum der Maschinenbauer Mayer & Cie. jetzt Insolvenz anmeldet
Mayer & Cie., traditioneller deutscher Maschinenbauer, meldet nach 120 Jahren Insolvenz an
Der langjährige Maschinenhersteller Mayer & Cie., der seit vier Generationen in Familienhand geführt wird, hat nach 120 Jahren Unternehmensgeschichte Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet. Das Unternehmen mit Sitz in Albstadt ist spezialisiert auf Rundstrickmaschinen und beliefert Branchen wie Automobilbau und Luftfahrt. Finanzielle Schwierigkeiten zwangen die Geschäftsführung nun zu diesem Schritt, während sie vorerst die Kontrolle behält.
Die Probleme des Unternehmens haben ihren Ursprung in globalen Handelskonflikten und dem anhaltenden Krieg in der Ukraine. Diese Krisen haben wichtige Absatzmärkte geschwächt – allen voran die Türkei, der größte Kunde von Mayer & Cie., wo die Inflation die Umsätze um 50 Prozent einbrechen ließ. Zudem setzt chinesische Konkurrenz, die seit 2021 Marktanteile gewonnen hat, das Unternehmen weiter unter Druck.
Bereits 2023 hatte Mayer & Cie. für seine 280 Mitarbeiter Kurzarbeit eingeführt, eine Maßnahme, die später auf alle Abteilungen ausgeweitet wurde. Nun erhalten die Beschäftigten für die nächsten drei Monate Insolvenzgeld von der Bundesagentur für Arbeit. Sollte es dem Unternehmen in dieser Zeit nicht gelingen, sich zu stabilisieren, droht die endgültige Schließung.
Der Restrukturierungsexperte Martin Mucha unterstützt die vorläufige Insolvenzverwalterin Ilkin Bananyarli bei der Unternehmensführung. Mucha bringt dabei ein Finanzpolster von 100 Millionen Euro mit, um die Sanierung voranzutreiben. Trotz der aktuellen Krise gilt Mayer & Cie. nach wie vor als weltweiter Technologieführer im Bereich Rundstrickmaschinen – bekannt für Innovationen wie digitales Stricken und nachhaltige Lösungen.
Die kommenden drei Monate werden für das Traditionsunternehmen entscheidend sein. Die Belegschaft ist auf vorübergehende Leistungen angewiesen, während die Geschäftsführung um das Überleben des Betriebs kämpft. Scheitert die Restrukturierung, könnte der 120 Jahre alte Maschinenbauer endgültig seine Tore schließen.






