09 May 2026, 12:14

Apothekerin zahlt 25.000 Euro nach Cyberbetrug – doch Merck verlangt das Geld erneut

Plakat mit Text und Logo, das versteckte Gebühren in Rechnungen kosten Familien monatlich Hunderte Dollar

Apothekerin zahlt 25.000 Euro nach Cyberbetrug – doch Merck verlangt das Geld erneut

Eine Apothekeninhaberin in Deutschland sieht sich mit einer zweiten Forderung zur Begleichung einer 25.000-Euro-Rechnung konfrontiert, nachdem sie Opfer eines raffinierten Cyberbetrugs geworden ist. Carolin Schleußinger, die die Marien-Apotheke in Roding leitet, behauptet, der Pharmakonzern Merck – einer der größten Arzneimittelhersteller der Welt – sei gehackt worden, doch das Unternehmen besteht darauf, dass sie den Schaden tragen muss.

Die Probleme begannen, als Schleußinger im vergangenen Jahr eine E-Mail erhielt, die wie eine legitime Rechnung von Merck aussah. Die Nachricht enthielt aktualisierte Bankdaten mit einem neuen Konto in Spanien. Sie prüfte die Angaben, fand jedoch keine Auffälligkeiten und tätigte die Überweisung.

Erst später kontaktierte Merck sie und bestätigte, dass es sich um eine gefälschte Rechnung handelte. Das Unternehmen teilte Schleußinger mit, sie sei Ziel von Cyberkriminellen geworden, und riet ihr, den Vorfall bei der Polizei anzuzeigen. Zudem bat man sie, die betrügerischen E-Mails zur internen Untersuchung weiterzuleiten.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Trotz der Anerkennung des Hackerangriffs fordert Merck Schleußinger nun auf, die gleiche Rechnung erneut zu begleichen. Die Apothekerin weigert sich und argumentiert, dass die Sicherheitslücke von den Systemen Mercks und nicht von ihr ausgegangen sei. Sie kritisiert das Unternehmen für mangelnde Transparenz und wirft ihm vor, das Problem herunterspielen zu wollen.

Mittlerweile hat Schleußingers Anwalt Strafanzeige bei der Polizei erstattet. Merck hingegen hat auf der Startseite seines Online-Shops einen Warnhinweis platziert und Apotheken aufgefordert, die Bankverbindungen auf Rechnungen besonders sorgfältig zu prüfen. Das Unternehmen hatte zuvor eingeräumt, dass Apotheken in ganz Deutschland im vergangenen Jahr vermehrt gefälschte Rechnungen erhalten hätten – Teil einer größeren Welle gezielter Cyberangriffe.

Der Streit könnte Schleußinger mit einem finanziellen Verlust zurücklassen, sofern der Fall nicht zu ihren Gunsten entschieden wird. Merck beharrt darauf, dass sie die Rechnung begleichen müsse, während sie die Verantwortung beim Konzern sieht. Die Polizei ermittelt mittlerweile wegen des Betrugs, und ihr Anwaltsteam wehrt sich weiterhin gegen die zweite Zahlungsforderung.

Quelle