Bain und Cinven steigen bei Stada aus – CapVest übernimmt die Mehrheit
Sylke SchmiedtBain und Cinven steigen bei Stada aus – CapVest übernimmt die Mehrheit
Die Beteiligungsgesellschaften Bain Capital und Cinven haben sich nach acht Jahren aus ihrem Engagement beim deutschen Pharmakonzern Stada zurückgezogen. Die beiden Firmen halten nun gemeinsam noch 31 Prozent der Anteile, während der in London ansässige Finanzinvestor CapVest Partners mit 68 Prozent zum neuen Mehrheitseigner aufgestiegen ist. Unterdessen ziehen sich die juristischen Auseinandersetzungen um Entschädigungszahlungen für ehemalige Aktionäre vor den Frankfurter Gerichten weiter hin.
Der Ausstieg von Bain und Cinven markiert das Ende einer Ära, die 2017 mit der Übernahme von Stada begann. Während die beiden Investoren noch 31 Prozent der Anteile halten, sichert sich CapVest nun die Kontrolle über das Unternehmen. Die Stada-Führung behält weiterhin einen Anteil von 1 Prozent.
Die Rechtsstreitigkeiten um Entschädigungsansprüche dauern seit der Übernahme an. Das Oberlandesgericht Frankfurt (OLG) wies kürzlich eine Berufung der Nidda Healthcare ab und entschied, dass deren Anspruch nicht verjährt sei. Gleichzeitig stellte das Gericht fest, dass Nidda durch die verzögerte Offenlegung entscheidender Informationen grobe Fahrlässigkeit gezeigt habe. Diese Entscheidung steht im Einklang mit früheren Urteilen des Bundesgerichtshofs (BGH), der bestätigt hatte, dass die Vereinbarung zwischen Nidda und dem US-Investor Elliott nach deutschem Übernahmerecht als Erwerb zu werten ist.
Noch immer hängen 44 Klagen vor dem OLG in der Schwebe, in denen ehemalige Aktionäre zusätzliche Zahlungen einfordern. Ein Privatanleger klagt auf fast 140.000 Euro zuzüglich Zinsen, rückwirkend ab August 2017. Auch ein in Luxemburg ansässiger Vermögensverwalter verlangt die Differenz zwischen dem ursprünglichen Übernahmeangebot und der garantierten Mindestentschädigung.
Bisher haben die Gerichte weitgehend zugunsten der ehemaligen Aktionäre entschieden und deren Anspruch auf weitere Entschädigungen gestärkt. Mit CapVest als neuem Mehrheitseigner hat sich die Eigentümerstruktur von Stada grundlegend verändert – doch die finanziellen Folgen der Übernahme von 2017 beschäftigen die Justiz weiterhin.






