10 May 2026, 12:13

Felix Banaszak will Männer mit Pink und Playboy für Feminismus gewinnen

Schwarzes und weißes Foto einer vielfältigen Gruppe von Frauen aus der Frauenwahlrechtsbewegung, mit einer Frau in der Mitte sitzend.

Felix Banaszak will Männer mit Pink und Playboy für Feminismus gewinnen

Felix Banaszak, Co-Vorsitzender der deutschen Grünen, setzt sich für eine offenere Debatte über Männlichkeit und Feminismus ein. Zu seinen jüngsten Initiativen gehört der Versuch, junge Männer über ungewöhnliche Kanäle zu erreichen – etwa durch ein Interview mit dem Playboy im Februar. Doch aktuelle Kontroversen zwingen ihn nun, seine Strategie zu überdenken.

Banaszaks Ansatz begann mit einem vielbeachteten Interview, in dem er argumentierte, dass starre Geschlechterrollen sowohl Männer als auch Frauen schaden. Er betonte, dass Männer den Feminismus als etwas begreifen sollten, das auch ihnen zugutekommt. Sein Büro, in seinem Lieblingsfarbton Pink gestrichen, steht symbolisch für seine Abkehr von traditionellen Männlichkeitsklischees.

Im Februar besuchte er Vaterwelten in Krefeld, eine Organisation, die Geburtsvorbereitungskurse für werdende Väter anbietet. Der Besuch unterstrich sein Engagement für Räume, in denen Männer offen über Geschlechterrollen sprechen können. Doch nach den Vorwürfen der Schauspielerin Collien Fernandes gegen den Komiker Christian Ulmen wegen Übergriffen räumte Banaszak ein, dass seine Methoden möglicherweise angepasst werden müssen.

Seine Kampagne fällt in eine Zeit, in der sich die politischen Einstellungen junger Männer wandeln. Bei der letzten Bundestagswahl wählten Männer unter 24 Jahren häufiger die rechtsextreme AfD als Frauen derselben Altersgruppe. Unterdessen löste der AfD-Politiker Maximilian Krah mit einem Wahlkampfvideo 2024 eine Debatte aus, als er jungen Männern, die Schwierigkeiten haben, Partnerinnen zu finden, riet, sie sollten „nach rechts“ tendieren.

Banaszak fordert zudem eine bessere Finanzierung von Beratungsangeboten für Jungen und Männer, die deren Anliegen aufgreifen – ohne sie als Konkurrenz zu anderen Geschlechtern darzustellen. Seine Argumentation erinnert an einen Moment vor zwei Jahrzehnten, als der Fußballtorwart Tim Wiese ohne größere Kritik an seiner Männlichkeit in Pink auf dem Platz stand.

Innerhalb der Grünen hat Banaszak mit dem Deutschen Frauenrat zusammengearbeitet, um mehr Räume zu schaffen, in denen sich Männer mit Geschlechterfragen auseinandersetzen können. Ziel ist es, den Feminismus für diejenigen zugänglicher zu machen, die ihn sonst vielleicht ablehnen.

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Banaszaks Bemühungen spiegeln einen breiteren Trend wider, Männer stärker in die Gleichberechtigungsdebatte einzubinden. Seine Zusammenarbeit mit Organisationen wie Vaterwelten und seine Forderung nach mehr Förderung zeigen einen Fokus auf praktische Unterstützung. Ob sein angepasster Ansatz junge Männer tatsächlich erreichen wird, bleibt abzuwarten.

Quelle