Geheimdienste in der Krise: Warum Reformen dringend nötig sind – und niemand handelt
Dietlind Grein GrothGeheimdienste in der Krise: Warum Reformen dringend nötig sind – und niemand handelt
Deutschlands Geheimdienste stecken in einer rechtlichen Grauzone fest – Reformforderungen verhallun ungehört
Konstantin von Notz, stellvertretender Vorsitzender des Parlamentarischen Kontrollgremiums, kritisiert die Untätigkeit der Regierung als schwerwiegende Sicherheitslücke. Die Grünen drängen nun auf dringende Änderungen, um die Dienste auf modernen Stand zu bringen.
Die Grünen haben die Bundesregierung wiederholt aufgefordert, die Reformen der deutschen Nachrichtendienste zu beschleunigen. Ziel ist ein rechtlicher Rahmen, der verfassungskonform ist und den täglichen Betrieb unterstützt. Doch trotz dieser Forderungen liegen weder Vorschläge zur Aktualisierung des BND-Gesetzes noch des Gesetzes für den Inlandsgeheimdienst, das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV), auf dem Tisch.
Von Notz, der auch als stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Grünen im Bundestag fungiert, wirft der Regierung vor, ihre Pflichten zu vernachlässigen. Sein Vorwurf: Fehlende politische Steuerung und Rückendeckung ließen die Nachrichtendienste ohne die notwendigen Werkzeuge zurück. Ein leistungsfähiger Auslandsgeheimdienst sei für die nationale Sicherheit unverzichtbar – doch die aktuellen Gesetze hätten mit der Entwicklung nicht Schritt gehalten.
Als hochrangiges Mitglied des Gremiums, das die deutschen Geheimdienste überwacht, warnt von Notz, dass der Status quo Risiken berge. Ohne Reformen werde der Sicherheitsapparat des Landes weiterhin mit veralteten und möglicherweise unwirksamen Regelungen arbeiten müssen.
Bisher haben die Reformbemühungen der Grünen jedoch keine Reaktion der Regierung ausgelöst. Es liegen keine Gesetzesentwürfe vor, und der bestehende rechtliche Rahmen bleibt unverändert. Solange keine Vorlagen ins Parlament eingebracht werden, müssen die Geheimdienste unter denselben Vorschriften operieren, die Kritiker als unzureichend bezeichnen.






