Minimales Leck im stillgelegten AKW Philippsburg – doch die Gefahr blieb aus
Angelo BriemerMinimales Leck im stillgelegten AKW Philippsburg – doch die Gefahr blieb aus
Kleines Leck im stillgelegten Block 1 des Kernkraftwerks Philippsburg am 10. März 2026 entdeckt
Bei Routinekontrollen in einem System zur Eindämmung radioaktiver Stoffe wurde am 10. März 2026 ein geringfügiges Leck im bereits abgeschalteten Block 1 des Kernkraftwerks Philippsburg festgestellt. Ursache war Korrosion an zwei Rohrverbindungen eines Wassertanks. Behörden bestätigten jedoch, dass weder für Mitarbeiter noch für die Umgebung eine Gefahr bestand. Die zuständigen Stellen stuften den Vorfall als sicherheitstechnisch unbedeutend ein.
Durch die Korrosion hatten sich zwei Rohrverbindungen so weit abgeschwächt, dass kleine Mengen Flüssigkeit austreten konnten. Die Flüssigkeit floss über einen Bodenablauf in ein dafür vorgesehenes System zur Behandlung radioaktiver Abwässer, sodass eine weitere Ausbreitung ausgeschlossen wurde.
Unterhalb der undichten Stelle wurden Spuren von Radioaktivität nachgewiesen, Messungen ergaben jedoch keine Kontamination über den unmittelbaren Bereich hinaus. Der Betreiber des Kraftwerks dichtete die Lecks mit Schellen ab und plant langfristig den vollständigen Austausch des betroffenen Wassertanks.
Der Vorfall wurde nach der internationalen Bewertungsskala INES mit Stufe 0 eingestuft, was bedeutet, dass er keine sicherheitstechnische Relevanz hatte. Nach deutschen Vorschriften wurde er als Meldekategorie N (Standardmeldung) klassifiziert. In den vergangenen fünf Jahren fielen die meisten gemeldeten Zwischenfälle in deutschen Atomkraftwerken – wie etwa kleinere Lecks oder Messgerätefehlfunktionen in Isar oder Brokdorf – ebenfalls in die INES-Stufen 0 oder 1. Seit dem Einfluss der Fukushima-Katastrophe 2011 auf die deutsche Atomausstiegspolitik gab es keine schweren Vorfälle mehr.
Das Leck in Philippsburg stellte weder für das Personal noch für die Umwelt ein Risiko dar. Die Sicherheitsvorkehrungen des Kraftwerks verhinderten eine Ausbreitung der Flüssigkeit, und die Reparaturen wurden umgehend durchgeführt. Über den geplanten Tanktausch hinaus sind keine weiteren Maßnahmen erforderlich.






