Revolutionärer Wasserfilter gegen Mikroplastik und PFAS sichert Millioneninvestition
Sylke SchmiedtRevolutionärer Wasserfilter gegen Mikroplastik und PFAS sichert Millioneninvestition
Deutsches Start-up sichert Millionenfinanzierung im Kampf gegen unsichtbare Gefahren im Trinkwasser
Das in Bruchsal ansässige Unternehmen Klar2O hat in einer Series-A-Finanzierungsrunde 4,5 Millionen Euro eingesammelt, um die Produktion eines Filters hochzufahren, der Mikro- und Nanoplastik sowie schädliche "Ewigkeitschemikalien" aus dem Wasser entfernt. Die Technologie kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Studien alarmierende Mengen an Plastikpartikeln in Flaschenwasser nachweisen – bis zu 240.000 Fragmente pro Liter, die meisten davon mit bloßem Auge unsichtbar.
Die patentierte Smart Surface Technology von Klar2O funktioniert anders als herkömmliche Filter: Sie verbindet starke Adsorption mit minimalem Druckverlust und ist dadurch effizienter beim Einfangen winziger Schadstoffe. Im Gegensatz zu Einweg-Systemen sind die Filter regenerierbar und vollständig recycelbar, was den Abfall deutlich reduziert.
Die Finanzierungsrunde wurde von der FMC Beteiligungs KG Bremen angeführt. Mit dem frischen Kapital will das Unternehmen die Produktion ausbauen und in globale Märkte expandieren. Das Ziel: einen neuen Standard in der Wasseraufbereitung setzen – insbesondere bei Nanoplastik, Partikeln, die so klein sind, dass sie in menschliches Blut, Urin und Organe gelangen können.
Aktuelle Forschungen unterstreichen die Dringlichkeit des Problems. Tests an Flaschenwasser zeigten, dass 90 Prozent der Plastikfragmente Nanoplastik waren, kleiner als ein Mikrometer. Bisherige Lösungen wie Abkochen oder Edelstahlfilter entfernen nur größere Partikel, während der Großteil der Schadstoffe zurückbleibt. Klar2O behauptet, dass sein System selbst die kleinsten Bedrohungen filtert – einschließlich PFAS-Chemikalien, die für ihre Langlebigkeit in der Umwelt bekannt sind.
Die 4,5 Millionen Euro sollen Klar2O den Übergang von der Entwicklung zur Massenproduktion ermöglichen. Die Filter sollen eine nachhaltige Methode bieten, um Mikroplastik und PFAS aus Leitungs- und Flaschenwasser zu entfernen. Gelingt der Durchbruch, könnte die Technologie weltweit die Art und Weise verändern, wie Haushalte und Unternehmen mit der Sicherheit ihres Trinkwassers umgehen.






