Syrer greift Schaffner in Regionalzug an – Polizei schreitet ein
Ein 22-jähriger Syrer wird beschuldigt, einen Zugschaffner in einem Regionalzug von Kehl nach Legelshurst angegriffen zu haben. Bei dem Vorfall am 24. Juli kam es zu einer gewalttätigen Auseinandersetzung, bei der die Polizei einschreiten und den Mann aus dem Zug entfernen musste. Ihm drohen nun mehrere Anklagepunkte, darunter Körperverletzung und Sachbeschädigung.
Der Streit begann, als der Schaffner, ein deutscher Staatsbürger, den Mann aufforderte, sein Ticket vorzuzeigen. Da dieser kein gültiges Ticket vorlegen konnte, weigerte sich der 22-Jährige, den Zug zu verlassen, und wurde aggressiv. Er beschimpfte den Schaffner, schlug ihm ein Handy aus der Hand und zertrat es.
Als sich die Situation weiter zuspitzte, versuchte der Mann, den Ausgang am Bahnhof Legelshurst mit seinem Fahrrad zu blockieren. Kurze Zeit später traf die Bundespolizei ein und verhinderte, dass er seine Fahrt fortsetzte. Die Beamten brachten ihn anschließend zur Bundespolizeidienststelle in Kehl für weitere Vernehmungen.
Der Vorfall reiht sich in die wachsenden Bedenken hinsichtlich der Sicherheit von Bahnmitarbeitern in Deutschland ein. Als Reaktion auf den tödlichen Angriff auf den Zugbegleiter Serkan Çalar bei Kaiserslautern im Februar 2026 hatte die Deutsche Bahn angekündigt, bis Ende des Jahres freiwillige Körperkameras für alle kundenorientierten Mitarbeiter einzuführen. Das Unternehmen versprach zudem, 200 neue Sicherheitskräfte einzustellen, und veranstaltete Mitte Februar einen Sicherheitgipfel in Berlin. Allerdings lehnten die Verkehrsbehörden auf der Konferenz in Lindau die Forderung der Gewerkschaften nach verpflichtender Doppelteams ab und setzten stattdessen auf technische Lösungen und klarere Bundesförderung.
Dem 22-Jährigen drohen nun Anklagen wegen Körperverletzung, Bedrohung, Beleidigung, Sachbeschädigung und Beförderungserschleichung. Der Fall unterstreicht die anhaltenden Spannungen im Bereich der Sicherheit im öffentlichen Nahverkehr, während die Deutsche Bahn und die Behörden neue Maßnahmen zum Schutz der Mitarbeiter umsetzen. Der Ausgang des Gerichtsverfahrens bleibt abzuwarten.






