Warum die Asylanträge in Deutschland plötzlich sinken – und was Syrien damit zu tun hat
Sylke SchmiedtWarum die Asylanträge in Deutschland plötzlich sinken – und was Syrien damit zu tun hat
Asylanträge in Deutschland gehen stark zurück – Ursache liegt vor allem in Syrien
Die Zahl der Asylanträge in Deutschland ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesunken. Der Rückgang steht laut Experten weniger mit der nationalen Politik in Verbindung, sondern mit den veränderten Bedingungen in Syrien. Gleichzeitig stößt die deutsche Praxis der Zurückweisungen an den Binnengrenzen auf Kritik von Migrationsforschern wie Gerald Knaus.
2024 nahmen Deutschland und Österreich gemeinsam 80 Prozent aller syrischen Flüchtlinge auf, denen in der EU Schutz gewährt wurde. Doch bis 2025 ging die Zahl der Asylanträge in Deutschland spürbar zurück. Der Migrationsforscher Gerald Knaus führt diesen Rückgang vor allem auf die veränderten Umstände in Syrien zurück – und nicht auf Maßnahmen der deutschen Regierung.
Seit Mai 2025 konzentrieren sich die deutschen Behörden darauf, Asylsuchende an den Grenzen zu Österreich, Polen und der Schweiz zurückzuweisen. Diese Strategie war ursprünglich 2015 von der rechtspopulistischen AfD vorgeschlagen worden, wurde aber inzwischen breiter übernommen. Knaus wirft der Regierung vor, dass diese Zurückweisungen gegen EU-Recht verstoßen und keine nachhaltige Lösung darstellen.
Trotz der Bemühungen zeigen die Rückführungsmaßnahmen jedoch nur begrenzte Wirkung. Knaus betont, der Ansatz sei weder rechtlich haltbar noch langfristig tragfähig. Der allgemeine Rückgang der Ankünfte aus Syrien hinge dagegen vor allem mit den Entwicklungen im Herkunftsland zusammen.
Die Zurückweisungspolitik bleibt umstritten – Kritiker verweisen auf rechtliche Risiken und mangelnde Effektivität. Deutschland und Österreich tragen nach wie vor den größten Teil der syrischen Flüchtlinge in der EU. Der Rückgang der Anträge deutet eher auf regionale Verschiebungen hin als auf den Erfolg von Grenzkontrollen.






